Stadt prämiert kreative Mitarbeiter

Löschschlauch als Rettungsring im Wasser: Auszeichnung für diese zündende Idee

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Matthias Kalix hat einen Feuerwehrschlauch mit Druckluft zum Rettungsreifen umfunktioniert – für diese Erfindung hat die Stadt ihn nun ausgezeichnet.

Sendling - Matthias Kalix ist einer von 100 städtischen Mitarbeitern, die der Stadt durch kreative Ideen Kosten einsparen. Hallo sprach mit ihm über seine Erfindung

Mit der Rettung von Menschenleben kennt sich Matthias Kalix aus. Der Brand­amtmann arbeitet bereits seit drei Jahrzehnten hauptberuflich bei der Berufsfeuerwehr, hat als Ausbilder in der Feuerwache Sendling schon unzählige Nachwuchskräfte geschult. Für den Löschschlauch, mit dem die Münchner Feuerwehrmänner täglich in der ganzen Stadt Brände löschen, hat er eine unkonventionelle Einsatzmöglichkeit gefunden – und wurde dafür nun sogar von der Stadt prämiert. Anstatt den Schlauch wie üblich mit Löschwasser zu füllen, wird er mit Hilfe von Druckluft zum Rettungsring umfunktioniert – statt mit Wasser werden so im Wasser Leben gerettet. Der Hintergrund für Matthias Kalix’ Erfindung?

Die Idee, den Arbeitsalltag für die Feuerwehrmänner sicherer zu machen. „Bei Rettungseinsätzen sind ja nicht nur die verunglückten Personen in Gefahr“, erklärt Kalix, „auch für die Rettungskräfte ist es oft sehr gefährlich.“ Insbesondere bei der Rettung von Personen in fließenden Gewässern. Für die Erfindung des Rettungsrings haben sich Kalix und seine Kollegen deshalb von einer Schwimmnudel inspirieren lassen. Was außerdem wichtig war: „Wir wollten ein Hilfsmittel entwickeln, das preisgünstig ist und leicht in jedem Feuerwehrauto nachgerüstet werden kann.“ 56 Einsatzfahrzeuge gibt es bei der Münchner Feuerwehr – jedes davon ist von Haus aus mit einem Löschschlauch ausgestattet und hat Pressluft zur Verfügung. „Mit Hilfe einer Art Stöpselverschluss wird der Schlauch dann in Sekundenschnelle zum Rettungsreifen“, erklärt Matthias Kalix. Für seine zündende Ideen wurde Kalix nun von der Stadt ausgezeichnet – und mit ihm mehr als 100 weitere städtische Mitarbeiter. Was sich der Feuerwehrmann für die Zukunft wünscht: „Dass künftig alle Feuerwehrfahrzeuge mit dem Stöpsel für den Rettungsring ausgestattet werden – 40 Euro, die Leben retten können.“

Ideenbörse der Stadt: Prämien für Erfindergeist

Seit knapp 60 Jahren gibt es die Ideenbörse der Landeshauptstadt – einst noch als „Betriebliches Vorschlagswesen“ betitelt wurde des Projekt später umbenannt. Allein in den letzten 20 Jahren wurden fast 4500 Ideen eingereicht, von denen ein Drittel prämiert wurde. Für zusammengerechnet über 14 Millionen Euro Einsparungen, allein im ersten Jahr nach der Umsetzung, wurden rund 1,25 Millionen Euro an Prämien ausgeschüttet. Heuer haben die städtischen Mitarbeiter 376 Verbesserungsvorschläge angemeldet – 103 davon wurden ausgezeichnet. Von kreativen Köpfen wimmelt es scheinbar im Kreisverwaltungsreferat: Die meisten Vorschläge kamen aus der Branddirektion – 74 an der Zahl. Für die Stadt summieren sich die Kosteneinsparungen durch die findigen Ideen der Mitarbeiter auf rund 75 000 Euro – für die Beschäftigten gab es mehr als 41 000 Euro an Prämien.

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