Heckenstallertunnel: Röhre erstmals von der Stadt offiziell benannt

Das Kind hat einen Namen

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Obwohl das Schild am Eingang der Röhre vermutlich schon seit der Tunneleröffnung 2015 dort hängt, ist der Name erst jetzt offiziell.

Sendling-Westpark – Überraschung: Der Tunnel an der Heckenstallerstraße heißt jetzt Heckenstallertunnel – Doch das Benennungsverfahren macht den Namen zu einer Besonderheit

Es ist amtlich – der Tunnel an der Heckenstallerstraße heißt jetzt Heckenstallertunnel. Was daran so besonders ist: Er wurde nun als erster Münchner Tunnel nach einem offiziellen Prozedere benannt, wie Birgit Unterhuber vom Kommunalreferat erklärt: „Es gibt ein Straßenbenennungsverfahren, nach dem alle Straßen, Wege, Plätze etc. in München benannt werden. Tunnel wurden bislang nie nach diesem Verfahren benannt, weil es das normalerweise nicht braucht. Die Namen haben sich immer aus dem Bauplänen ergeben und leiten sich von den Straßen ab, unter denen sie sich befinden.“

In diesem speziellen Fall war eine Benennung jedoch notwendig: Im Zuge der langjährigen Bauarbeiten am Luise-Kiesselbach-Platz hatte sich die dortige Verkehrsführung geändert. An der derzeitigen Heckenstallerstraße verläuft der Verkehr nun unterirdisch in einem Tunnel, teilweise in einem offenen Trog. Parallel dazu werden die Anwesen Heckenstallerstraße 109 bis 171 von einem oberirdischen Geh- und Radweg erschlossen. Bisher hießen beide Bereiche Heckenstallerstraße. Eine eindeutige namentliche Unterscheidung des Tunnels und des Geh- und Radweges oberhalb war deshalb laut einer Stellungnahme der Branddirektion für den Rettungseinsatz zwingend notwendig. Auch bei der privaten Navigation zu den Anwesen traten immer wieder Probleme auf.

Die Heckenstallerstraße wurde um 1898 benannt. Urban Heckenstaller, gestorben am 5. Februar 1748 in München, war übrigens Kurfürstlich Bayerischer Geheimer Ratssekretär und leistete den Oberländer Bauern bei der bayerischen Landeserhebung im Jahre 1705 als Persönlichkeit aus dem engsten Kreis um den Kurfürsten Max Emanuel wertvolle Dienste. dbo

Weitere neue Straßenbenennungen

Im Stadtbezirk Au–Haidhausen wird außerdem ein Platz nach Carl Amery benannt. Und in Schwabing–Freimann ein bislang unbenannter Weg – zwischen der Otl-Aicher-Straße und der Haltestelle Domagkstraße (Tramlinie 23) – nach Paul Renner. Alle drei Persönlichkeiten haben einen Bezug zu München, was ein wichtiges Auswahlkriterium ist.

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