Das HP8-Areal wird bald geräumt: Für das Mobilspiel ist noch kein Ersatz in Sicht

Hat's sich ausg’spuit? 

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Hans-Günter Bruckmaier und Florian Peter machen sich Sorgen über die Zukunft von Mobilspiel. In einem halben Jahr müssen sie ihren bisherigen Standort auf dem Gelände an der Hans-Preißinger-Straße für die Vorbereitungen des Gasteig-Interims räumen.

Sendling – Die Uhr tickt: In wenigen Monaten müssen die Mieter, die nicht auf dem künftigen Gasteig-Ausweichquartier Gelände bleiben dürfen, das Areal räumen. So auch Hans-Günter Bruckmaier und Florian Peter von Mobilspiel

Die Zeit wird knapp: Noch sechs Monate bleiben – dann muss der Verein Mobilspiel seinen bisherigen Standort in der Halle G auf dem Hans-Preißiniger-­Areal räumen. Das Problem: Bisher weiß der Verein nicht, wohin er umziehen soll. Denn anders als bei den meisten Bestandsmietern konnte die Stadt noch keinen passenden Alternativstandort vermitteln. Auch die Suche auf dem freien Markt sei bisher erfolglos geblieben, erklären Florian Peter und Hans-Günter Bruckmaier von Mobilspiel. Beide arbeiten seit den 1980er-Jahren beim Verein, erst ehrenamtlich, später, als die ersten Festangestellten einstellt werden, hauptamtlich. Seit 1972 hilft Mobilspiel stadtweit bei der Planung und Durchführung von Schul-, Kinder- und Stadtteilfesten. Im Sommer werden dafür im gesamten Stadtgebiet Hüpfburgen, Groß- und Kleinspielgeräte, Kasperl­theater, Bühnen und Geschirrmobile bereitgestellt, knapp 20 bunt bemalte Bauwägen gibt es dafür – die Spielkistl.

Wichtig deshalb: Etwa 1000 Quadratmeter Platz, sowie eine ausreichend große Halle, um beispielsweise Hüpfburgen zu trocknen. Außerdem: eine möglichst zentrale Lage, mit schneller Anbindung an den mittleren Ring. Denn: „Von außerhalb können wir nicht mit Traktor und Bauwagen durch die gesamte Stadt fahren“, erklärt Bruckmaier. Das sei logistisch unmöglich und zudem alles andere als umweltfreundlich. „Bisher sind wir von Sendling sternförmig ausgerückt.“ Im Sommer, Hochsaison bei Mobilspiel, arbeiten viele Studenten als Honorarkräfte. „Doch wie soll das künftig funktionieren, wenn die doppelte Zeit für einen Auftrag benötigt wird, wir unter dem Strich nur noch die Hälfte der Aufträge überhaupt bearbeiten können?“ – ein Nullsummenspiel. Bruckmaier und Peter sind betrübt, denn Mobilspiel sehen sie als wichtige Institution mit pädagogischem Mehrwert, heute aus der Stadt kaum mehr wegzudenken. „Es ist nicht schön, wenn man das Gefühl bekommt, dass Anliegen wie Wohnen und Hochkultur hier immer einen höheren Stellenwert haben“, sagt Florian Peter.

„Die Stadt hat dem Verein Mobilspiel in den letzten sechs Monaten fünf Standortalternativen aufgezeigt“, sagt Wolfgang Nickl vom Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW). „Diese wurden wegen des Gebäudezustands, der Mietbedingungen oder der Lage im Stadtgebiet vom Verein abgelehnt.“ Bei einem Ortstermin auf einem weiteren Gelände in Fröttmaning unweit der Allianz Arena hatte sich jetzt gezeigt: Auch das Gelände ist für die Bedürfnisse des Vereins völlig ungeeignet. „Da das Areal nur über die Autobahn zu erreichen ist, ist die Anfahrt mit unserem Traktor unmöglich“, berichtet Florian Peter. Dennoch geben er und Hans-Günter Bruckmaier die Hoffnung nicht auf, dass sie bald einen neuen Platz für Mobilspiel und die bunten Kistl finden.

Vanessa Hahn

Ein Quartier auf Zeit

Im Frühjahr 2019 sollen die Vorarbeiten für das Gasteig-Interim beginnen. In mehrstöckigen Modulbauten sollen unter anderem Philharmonie, VHS und Teile der Stadtbibliothek unterkommen. Einige Bestandsmieter können bleiben – die Halle, die bisher von Mobilspiel genutzt wird, muss aber abgerissen werden.

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