Sendlings neues Quartier

Großmarkthandel und zentrales Wohnen: So sieht es ein neues Konzept vor

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Noch sieht das Areal beim Blockheizkraftwerk Süd leer und öde aus. Dank des neuen Konzepts für die Großmarkthalle soll sich das bald ändern.

Sendling - Eine Halle, vier Ebenen, 1550 neue Wohnungen: Auf dem leeren Areal beim Blockheizkraftwerk Süd soll künftig ein Großmarkt entstehen, der Handel und Wohnen verbindet

„Man muss Visionen für das 21. Jahrhundert haben“, sagt Hans Buchhierl Geschäftsführer des Umschlagszentrum Großmarkt München (UGM). Noch sieht es platt und grau aus, auf dem städtischen Handelsareal an der Schäftlarnstraße in Sendling. Doch mit UGM-Kollegin Christa Heidingsfelder und Oliver Rob von der neon-consult GmbH hat er Ideen gesammelt, die nach Revolution auf dem städtischen Großmarktgelände klingen: Ein Großmarktkomplex mit knapp 80 000 Quadratmetern Nutzfläche soll zwischen Schäftlarn- und Thalkirchner Straße entstehen. Auf dem restlichen Areal des Marktgeländes stellt sich Buchhierl Wohnraum für 3000 Münchner vor.

Voraus geht der Wunsch der UGM, den Großmarkt als gewachsenes, pulsierendes Wirtschaftselement in der Stadt zu halten. Ihre Visualisierung zeigt den 250 mal 170 Meter großen Blockbau vis à vis des Heizkraftwerkes: Garagen, Anlieferung, Handel, Lagerung, Büros und Gastronomie sind auf vier Ebenen vereint. Auch die Münchner Tafel findet ihren festen Platz.

Hans Buchhierl (Mitte), Geschäftsführer des Umschlagszentrum Großmarkt München (UGM) hat mit seiner Kollegin Christa Heidingsfelder (links) und Oliver Rob (rechts) von der neon-consult GmbH hat er Ideen gesammelt, um das öde Areal beim Blockheizkraftwerk Süd zu beleben.

Bauherr, Kosten, Spatenstich, Erstbezug – für diese Aussagen sei es zu früh. Zur Realisierung der Pläne wünscht sich die UGM einen langen Erbpachtvertrag von der Stadt. Einige Politiker und hundert Händler begrüßen das Konzept. Doch die Zustimmung des Stadtrats ersetzt das nicht. Immerhin: die künftige Kommunalreferentin Kristina Frank will das Konzept „wohlwollend prüfen“.

Ein Neubau für den Großmarkt gilt als unumstritten. Nachdem Umzugspläne zum Stadtrand vom Tisch waren, lehnte der Stadtrat 2017 aber auch Pläne der Verwaltung ab, selbst am Standort zu bauen und beschloss einen Investor zu beauftragen. Die UGM betreibt dort bereits drei Hallen, ist durch Händlerverträge bis 2037 gebunden. Mit dem neuen Plan sichert sie auch ihre Interessen. Marie-Julie Hlawica

Alles ist möglich bei den visionären Wohn-Plänen

Zu den reinen Großmarkt-Skizzen haben die von der UGM beauftragten Architekten der agn Ludwigsburg GmbH und MPRDO Mauz Pektor Architekten ein völlig neues Quartier erschaffen. Es ist Buchhierls Vision „Großmarkthandel und zentrales Wohnen auf dem städtischem Areal zu ermöglichen“. Dieses Wohngebiet soll durch die wieder geöffnete Thalkirchner Straße mit bis zu zehnstöckigen Gebäuden, Schulen, Kindertagesstätten und Cafés erschlossen werden. Begrünte Dachterrassen für „Urban Gardening“ und bepflanzte Außenwände sollen der städtischen Versiegelung entgegenwirken. E-Bike Stationen, ein angegliedertes Car-Sharing-System, die Quartiersgarage, drei Stege für Fußgänger und Radfahrer zur Isar – alles wurde in den Plänen bereits berücksichtigt.

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