„Die Kosten des Neubaus sind ausschlaggebend für die Standortentscheidung.“

Großmarkthalle-Plan: 93 neue Wohnungen

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Einen modernen Neubau und Wohnungen sieht das Kommunalreferat für das Gelände vor.

Sendling: Das Kommunalreferat stellt Entwurf für Stadtrat vor – der BA fordert nachdrücklich den Verbleib im Viertel.

Was wird eine neue Großmarkthalle kosten? Wie wird sie aussehen? Und viel wichtiger: Bleibt sie überhaupt am bisherigen Standort, im Herzen Sendlings? Viele Fragen drehen sich aktuell um den „Bauch Münchens“, beschäftigen Kommunalreferat, Bezirks­ausschuss, Händler, Mitarbeiter und Bürger – und diese Woche den Münchner Stadtrat. Am Donnerstag soll der Kommunalausschuss über die Pläne entscheiden.

Der Forderung nach einer Entscheidung zum Neubau der Großmarkthalle und einem Erhalt des Areals am bisherigen Standort hat auch der Sendlinger Bezirksausschuss erneut Nachdruck verliehen: In der jüngsten Sitzung – in der Vertreter des Kommunalreferats die Pläne präsentierten – hat das Gremium einstimmig einen entsprechenden Antrag unter Initiative der SPD-Fraktion verabschiedet. Die Viertelpolitiker fordern vor allem eines: den Verbleib der Markthallen im Stadtteil. „Spätestens im Sommer 2017 soll der Stadtrat die vom Kommunalreferat geplanten Mittel zum Neubau und Sanierung der Großmarkthalle in Sendling freigeben und baldmöglichst die entsprechenden Baumaßnahmen beantragen, um damit den Fortbestand der Markthallen im Viertel zu ermöglichen“ heißt es im Antrag. Zudem beantragt das Gremium, dass auf den im Zuge der Umbauarbeiten freiwerdenden Flächen städtischer und genossenschaftlicher Wohnungsbau ermöglicht wird. Mit dem Antrag befürwortet der BA auch die von Markthallenchef Boris Schwartz und Annegret Rempel vom Kommunalreferat vorgelegten Pläne. Das Herzstück: ein riegelförmiger Hallen-Neubau, der sich über 500 Meter entlang der Thalkirchner Straße erstreckt und als Lärmschutzwand zum Viertel dienen soll.

Dort sollen die Händler dreifach in die Höhe stapeln können – „höher stapeln heißt weniger Fläche“, erklärt Rempel. Ebenso soll die Halle 2 abgerissen werden, da sie, insofern der Neubau kommt, nicht mehr benötigt wird. Und eine weitere Neuigkeit konnte Rempel vorstellen: Am südlichen Ende der neuen Markthalle ist ein Wohnriegel vorgesehen. Insgesamt 93 Wohneinheiten, Ein- bis Zwei-Zimmer Wohnungen, sowie einige größere Wohnungen an der Kopfseite des Neubaus sind geplant. Gebaut werden soll mit den städtischen Wohnbaugesellschaften, um sowohl Kosten als auch die späteren Mieten gering zu halten.

Im BA wurden die Pläne größtenteils positiv zur Kenntnis genommen, einzig und allein die Kostenfrage führte zu einer angeregten Diskussion. „Auch wenn die Investition für die Großmarkthalle gegenüber Projekten wie dem Gasteig oder dem Tunnel im Englischen Garten vergleichsweise gering ausfielen, sei für den Stadtrat laut BA-Vorsitzenden Markus Lutz (SPD) vor allem die Finanzierung des Neubaus ausschlaggebend für die Entscheidung für oder gegen den Standort Sendling.

Mit 158 Millionen Euro bezifferte Schwartz die aktuellen Kosten – 100 Millionen war die Vorgabe der Stadt. Im Herbst vergangenen Jahres waren Zahlen von bis zu 180 Millionen Euro kursiert – und hatten für einen Aufschrei in der Stadtpolitik gesorgt. Die neuesten Zahlen beäugte insbesondere die CSU-Fraktion im Sendlinger BA kritisch – „vor allem, weil sie noch ohne die Kosten für den geplanten Wohnungsbau veranschlagt wurden“, argumentierte Andreas Lorenz (CSU).

Vanessa Hahn

Auf Initiative des BA-Vorsitzenden Markus Lutz (SPD) ist eine Petition gestartet: Unter dem Motto „München braucht die Großmarkthalle“ (bit.ly/2uFqQkH) werden Unterschriften gesammelt – mehr als 1 000 Unterstützer sind bereits dabei.

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