Mini-Museum für den Flößerverein?

Flößer-Kulturverein beantragt Info-Pavillon an der Zentrallände

Schon lange plant der Flößer-Kulturvereins ein Flößermuseum. Vorsitzende Helga Lauterbach macht dem Kulturreferat nun den Vor­schlag für einen Info-Pavillon direkt am Ufer der zentralen Floßlände, wo das Baureferat kürzlich bereits ein Toilettenhäuschen errichtet hat.
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Schon lange plant der Flößer-Kulturvereins ein Flößermuseum. Vorsitzende Helga Lauterbach macht dem Kulturreferat nun den Vor­schlag für einen Info-Pavillon direkt am Ufer der zentralen Floßlände, wo das Baureferat kürzlich bereits ein Toilettenhäuschen errichtet hat.
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Thalkirchen: Unzählige Relikte der Flößereigeschichte sind im Besitz des Flößer-Kulturvereins. Seit Jahren kämpft der Verein deswegen für ein Flößermuseum an der Isar.

Zumindest ein neuer Pavillon steht seit kurzem bereits an der Floßlände: Im Februar hat das Baureferat dort eine öffentliche Toilette errichten lassen. „Doch an das – über Jahrhunderte für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt München entscheidende – Gewerbe der Flößerei erinnert dort nur sehr wenig“, klagt Helga Lauterbach, Vorsitzende des Flößer-Kulturvereins. „Nur ein kleines Hinweisschild weist auf die Geschichte dieses Ortes hin, das ist einfach zu wenig.“

Doch das will der Verein nun ändern: Bereits seit der Gründung im Jahr 2013 hoffen Lauterbach und die Vereinsmitglieder auf passende Räumlichkeiten für ein umfangreiches Flößereimuseum – nun haben sie einen Antrag für einen Info-Pavillon direkt an den Floßländen an das Kulturreferat gestellt. „Dort könnten wir unsere Ausstellungen zur Flößerei zeigen oder die vielen Sammlerstücke aus dem Vereinsbesitz präsentieren. „Aktuell liegt das Depot im Keller eines unserer Mitglieder“, erklärt Lauterbach. Doch das ist nur vorübergehend. Dringend sucht der Verein nach einem geeigneten Zwischenlager – und noch dringender nach Ausstellungsräumen für ein Flößereimuseum. „Anstatt alles einzulagern wollen wir die Sammlung endlich präsentieren“, sagt Lauterbach. Den meisten Stadtbewohnern sei die Bedeutung der Flößerei und die Geschichte der Isar als Verkehrsweg nicht bewusst und auch an anderen Stellen in der Stadt, wie dem Stadtmuseum, suche man nahezu vergeblich Informationsmöglichkeiten zum Thema.

Für einen Infopavillon sei die Zentrallände genau der richtige Standort: „Hier legen zwischen Mai und Oktober mehr als 800 Flöße an. Das Gebiet rund um die Zentrallände hat sich immer mehr zu einem beliebten Freizeitraum entwickelt, dort muss es für Besucher auch Infos zur Flößerkultur geben“ erklärt Lauterbach.

Für einen Ausstellungsraum veranschlagt der Flößer-Kulturverein etwa 60 Quadratmeter: Dort könnte es dann neben Informationen zur Flößereigeschichte wechselnde Ausstellungen oder auch kleinere Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Floßbetrieben geben. Der Info-Pavillon könnte zudem auch Teil eines möglichen Kulturgeschichtspfades rund um die Flößerei entlang der Isar werden. „Besonders die direkte Nähe zu den eindrucksvollen, 18 Meter langen Holzflößen vor Ort erscheint uns als ideal für unser Vorhaben“, heißt es im Antrag. Und auch Lauterbach ist sicher: „Wenn wir wirklich ein Museum bekommen, wo, wenn nicht hier?“
Vanessa Hahn

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