100 Jahre Sozialdienst katholischer Frauen in Thalkirchen

Ehrwürdiges Gemäuer: Vom Kurbad zur Kinderkrippe

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Um 1900: Die Naturheilanstalt im Münchner Süden auf einer Postkarte wird 1918 vom Katholischen Fürsorgeverein für Frauen zur Heimeinrichtung umgewandelt.

Thalkirchen - Der Sozialdienst katholischer Frauen feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen - Ein perfekter Anlass, um auf die Geschichte des Gebäudes an der Maria-Einsiedel-Straße zurückzublicken

Das heutige Team setzt stolz die 100-jährige erfolgreiche Arbeit fort.

Das ehrwürdige Gemäuer, das liebevolle Miteinander oder die vielen, engagierten Mitarbeiter im Dienste des Kindeswohls – was genau das Haus Maria Thalkirchen vom Sozialdienst katholischer Frauen (SFK) so besonders macht, lässt sich nicht in wenige Worte fassen. Fakt ist: Die Einrichtung an der Maria-Einsiedel-Straße feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen. 

Der Wandel der ehemaligen Wasserheilanstalt, die 1918 vom Frauen-Hilfsverein gekauft wurde, zum heutigen Haus mit Wohngruppen, Kinderkrippe und heilpädagogischer Tagesstätte ist als Institution ein einzigartiges Erfolgsbeispiel in puncto „Kinderbetreuung“ in München.

Die St. Anna Schwestern bei einer Weihnachtsfeier um 1950.

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Bedarf an Hilfe, Schutz und Unterbringung groß: So zählte 1924 das ehemalige Zufluchtsheim schon 147 Fürsorgezöglinge, 232 obdachlose Frauen, 145 ,Mütter vor und nach der Niederkunft’ und 172 Säuglinge. 1929 wurde es zum „Katholischen Fürsorgeheim“ unter dem ,Orden der Heiligen Kindheit Jesu’, wo junge Frauen unterrichtet und Waisen großgezogen wurden. 1973 kamen auch drei Mädchen-Wohngruppen hinzu.

Monika Marth (63) arbeitet seitdem als Kinderpflegerin dort, aktuell in der Kinderkrippe: „Ich konnte mir nie einen besseren Beruf und ein besseres Haus vorstellen.“ Wie viele junge Menschen sie in 40 Arbeitsjahren begleitet hat, hat sie nie gezählt: „Aber alles, vom Säugling bis zum Jugendlichen.“ Marths Motto: „Wer mit Menschen arbeiten will, muss Liebe und Geduld haben.“ Sie geht bald in Ruhestand, das Haus Maria Thalkirchen sicher nicht! mjh

100 Jahre im Schnelldurchlauf

1926 übernahmen die Schwestern der heiligen Kindheit Jesu aus Würzburg bis 1987 die Fürsorge und Bildungsarbeit. Hier sieht man sie bei einem Webkurs um 1960.

Bereits 1906 wurde der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) gegründet. Aber erst mit dem Kauf der ehemaligen Lochbrunner Wasserheilanstalt, einem Kurbad südlich vor den Toren der Stadt München, begann 1918 die Erfolgsgeschichte. Immer im Dienste und der Sorge um Frauen, Mädchen und Kinder wurde aus der ordensbetriebenen Zufluchtsstätte in den 60er-Jahren ein Ausbildungsbetrieb, der sich neben Hauswirtschaft mit einer Lehrküche auf die Ausbildung junger Frauen in Stenografie und Schreibmaschinenunterricht spezialisiert hatte. 1973 wurde das sogenannte Mädchenerziehungsheim zu Wohngruppen mit fördernder heilpädagogischer Betreuung. Ein Jahr darauf wurde aus der Säuglings- und Kleinkindergruppe eine Kinderkrippe, die heute insgesamt 36 Kinder in drei Gruppen besuchen.

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