Tempo 40, 50 oder 60?

Verwirrende Geschwindigkeiten im Luise-Kiesselbach- und Heckenstaller Tunnel

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Weil ständiges Anfahren und Abbremsen zu einer Schadstoffmaximierung führt, schlägt der BA Sendling-Westpark konstantes Tempo 50 für die Tunnel vor.

Sendling-Westpark: Am Luise-Kiesselbach- und Heckenstaller Tunnel wechsel ständig die Geschwindigkeiten. Darüber ärgert sich der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark.

Weil Autofahrer, die durch den Luise-Kiesselbach- und Heckenstaller Tunnel fahren, mit ständig wechselnden Geschwindigkeitsvorgaben konfrontiert werden, sorgt das daraus resultierende Anfahren und Abbremsen für schlechte Luft. Nicht nur im tatsächlichen Sinne. Auch der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark ärgerte sich über das Tempo-Wirrwarr – und sprach sich nun für Tempo 50 in der Röhre aus.

„Mal ist 40 erlaubt, mal 50, mal 60. Als Autofahrer muss man den wechselnden Anzeigen viel Aufmerksamkeit widmen“, bemerkte BA-Chef Günter Keller (SPD) in der letzten Sitzung des Plenums. Da für mehrere Mitglieder des BAs diese variierenden Geschwindigkeitsvorgaben nicht nachvollziehbar sind, war unter anderem Experte Stefan Hoigt vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) eingeladen. Der Chef der Verkehrszentrale im KVR erklärte: „Die wechselnden Geschwindigkeiten im Tunnel resultieren zu etwa 90 Prozent aus automatischen Eingriffen“ (siehe Kasten). Im Prinzip wolle man zwar möglichst überall 60 Stundenkilometer ermöglichen, dies sei aber wegen der Sicherheit nicht möglich. Bei der Zufahrt der A95 beispielsweise sei die Geschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt. „Wenn ein Lkw von dort zwei Fahrspuren nach rechts wechseln muss, kommt es zur Toter-Winkel-Problematik“, erklärte Hoigt.

Vorschlag: Grundsätzlich Tempo 50

Doch diese ständig wechselnden Geschwindigkeitsbegrenzungen stießen dem BA sauer auf. Hans Dusolt (Grüne) unterbreitete deshalb den Vorschlag, grundsätzlich Tempo 50 einzuführen, auch in Hinblick auf die Schadstoffbelastung: Flüssiger Verkehr sei besser für die Luftqualität.

Keller, der zugleich Leiter des Verkehrsausschusses ist, befürwortete dies. Seine These lautete, dass es mehr Zeit koste, jedes mal abzubremsen und wieder anzufahren, da es zu einem Zieharmonika-Effekt komme. Auf Nachfrage von Hallo München erklärte er, dass in der nächsten BA-Sitzung (Dienstag, 27. November) ein entsprechender Antrag zu Abstimmung vorgelegt werden würde. Sollte dieser vom Plenum mehrheitlich beschlossen werden, wird er der Stadt vorgelegt. dbo

Tempolimit-Anzeigen

Die sogenannten Wechselverkehrszeichen werden von der Verkehrsleitzentrale des Technischen Betriebszentrums in der Schragenhofstraße gesteuert. Im Tunnel befindet sich alle 60 Meter eine Kamera mit Objekterkennung. Die Sensoren gehen bei einer gemessenen Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern von Stau aus. Wenn das zwei Kameras hintereinander erfassen, wird die Geschwindigkeitsvorgabe auf der Anzeige automatisch um zehn Stundenkilometer reduziert.

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