„Kein Bus durchs Wohngebiet!“

Anwohner kämpfen gegen Verlegung der Linie 134 durchs Wohnviertel

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Jörg Friedrich, Bernhard Klecker, Patricius Mayer und Matthias Ariet (v.l.) wollen verhindern, dass der Bus 134 künftig durch die Zechstraße und die Flößergasse fährt.

Sendling: Künftig könnte die Fahrtstrecke der Buslinie 134 durch das Wohnviertel entlang der Zechstraße und der Flößergasse führen. Doch es regt sich vehementer Widerstand.

Die aktuelle Route durch die Steinerstraße (grün) soll verlegt werden (rot). Anwohner fordern, die grüne Route beizubehalten, oder eine Alternativroute entlang der Plinganser­straße zu prüfen (blau).

Dreck, Gestank und dröhnender Lärm direkt vor der Haustür – dagegen regt sich in der Zechstraße vehementer Widerstand. Denn: Für die Anwohner war das mehrere Wochen lang Alltag, als während Bauarbeiten in der Steinerstraße die Buslinie 134 durch das Wohngebiet umgeleitet wurde. Der temporäre Zustand könnte bald zum Dauerzustand werden, denn der Sendlinger Bezirksausschuss (BA) hatte im Sommer 2016 die dauerhafte Verlegung der Buslinie gefordert (Hallo berichtete). Und: Nun hat das Planungsreferat den BA informiert, dass die Umlegung grundsätzlich möglich sei und die endgültige Entscheidung dem Stadtrat unterliegt. 

Um das zu verhindern, haben mehrere Anwohner bei der Sendlinger Bürgerversammlung gleich fünf Anträge gestellt. Alle mit einem Ziel: eine dauerhafte Linienführung durch das Wohngebiet zu verhindern. Initiator ist Jörg Friedrich aus der Zechstraße. Er hatte bereits bei der Versammlung im Vorjahr beantragt, die Buslinie unverändert zu lassen. Für die diesjährige Bürgerversammlung hat der Sendlinger weitere Mitstreiter auf den Plan gerufen und mit ihnen in nur wenigen Tagen etwa 250 Unterschriften gegen die Umlegung der Buslinie gesammelt.

Friedrich selbst fordert erneut die Ablehnung der Buslinienführung sowie die Rücknahme des entsprechenden BA-Antrags. Auch seine Mitstreiter Patricius Mayer und Matthias Ariet fordern die Beibehaltung des aktuellen Fahrtwegs. Neben Lärm, Gestank und dem schon jetzt erhöhten Verkehrs­aufkommen verweisen die Sendlinger auch auf den Verlust von Parkraum: „In der Flößergasse müssten alle Parkplätze von Schräg- zu Längsparken umgewandelt werden, denn für den Bus ist eine Fahrbahnbreite von 6,5 Metern erforderlich – es stünden also mindestens 50 Prozent weniger Plätze als bisher zur Verfügung. „Der Bus fährt dann mitten durchs Wohngebiet, vorbei an einer Kita, Cafés“, sagt Mayer. Und dort, wo künftig die Bushaltestelle vorgesehen ist, schalle der Lärm durch eine Einfahrt direkt in Hinterhöfe.

Laut BA-Chef Markus Lutz (SPD) wird nun der BA-Unterausschuss Verkehr noch einmal über das Thema beraten und anschließend erneut einen Antrag stellen – für oder gegen die Umlegung der Buslinie.

Die Antragssteller haben bereits weitere Vorschläge: Ariet will prüfen lassen, ob der Bus gar bis auf Höhe der Boschetsrieder Straße weiterfahren könnte (siehe Karte li.), Klecker beantragt eine Verschmälerung und Begrünung der Zechstraße. Christoph Schmied, ebenfalls Anwohner, schlägt eine Fahrradstraße über Flößergasse und Tölzer Straße vor: „Statt Busverkehr, der von fünf Uhr morgens bis in die Nacht durchs Viertel rauscht.“
vha

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