Ein Rückzugsort für Vögel

Neues Schutzgebiet: Stadt errichtet 30-Meter-Zaun am Hinterbrühler See

Hinterbrühl Die Vögel am Hinterbrühler See mussten viel durchmachen: Nester wurden zerstört und Eier aus den Gelegen geklaut, klagen Tierschützer wie der Münchner Werner Sperber – immer wieder seien die Wasservögel auch von freilaufenden Hunden gejagt worden. Trauriger Höhepunkt: Das alteingesessene Schwanenpaar wurde aus dem Tierparadies vertrieben, das Weibchen musste in einer Münchner Tierklinik eingeschläfert werden (HALLO berichtete). Jetzt endlich scheint ein bisschen Frieden am Hinterbrühler See einzukehren: Das Baureferat der Stadt hat einen etwa 30 Meter langen Holzzaun entlang des Ufers aufstellen lassen. „Der Bereich wurde angelegt, um den Wasservögeln einen geschützten Bereich zu bieten“, bestätigt Nina Lindinger vom Baureferat. Der Zaun kommt gerade rechtzeitig zur Brutzeit der Wasservögel – innerhalb der Absperrung bleibt ein bepflanzter Grünstreifen für die Gelege. Auch die kleine Insel, auf der neben Bläss-hühnern jetzt das neue junge Schwanenpaar sein Nest gebaut hat, ist – wie schon in den Jahren davor – in der Brutzeit durch ein Eisengitter abgezäunt. „Insel wegen brütender Wasservögel gesperrt“, steht auf dem Schild. „Da haben meine Beschwerdebriefe und die Berichte von Hallo München was gebracht“, freut sich Werner Sperber. Der Vogelliebhaber schrieb des Öfteren an die Stadt, berichtete den Behörden von den Übergriffen, denen die Wasservögel ausgesetzt seien. „Immer wieder wurden die Tiere von Hunden angebellt und gehetzt – die Leute drangen sogar auf die kleine Insel vor“, sagt Sperber. Zwar soll das Gitter vor der Insel nicht das ganze Jahr über bleiben – „aber zumindest in Ruhe brüten können die Vögel jetzt“, meint Sperber erleichtert. Er freut sich schon darauf, wenn die kleinen Sträucher hinter dem abgezäunten Bereich einmal groß sind. „Wenn hier alles dicht bewachsen ist, haben die Vögel tolle Rückzugsmöglichkeiten.“ Bis es soweit ist, wird es wohl noch mindestens ein paar Sommer dauern – solange wird Werner Sperber am Hinterbrühler See nach dem Rechten sehen. Daniela Schmitt

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