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Wirbel um Rammstein-Konzert auf der Theresienwiese in München ‒ Fraktionen im Stadtrat fordern Aufklärung

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Von: Jonas Hönle

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Rammstein Konzert
Das geplante Rammstein-Konzert an Silvester auf der Theresienwiese in München findet nicht statt.(Symbolbild) © Malte Krudewig/dpa

Der Veranstalter sagte das Silvester-Konzert von Rammstein auf der Theresienwiese in München überraschend ab, doch die Band stimmte dem Mega-Event überhaupt nie zu.

Update: 19. August

Das geplante Rammstein-Konzert an Silvester in München sorgte zuerst für Aufsehen, später für Verwirrung.

Der Münchner Stadtrat beschloss in einer Sitzung die Theresienwiese für das Event mit rund 145 000 Zuschauern zu Verfügung zu stellen. Nach Bedenken des Kreisverwaltungsreferats (KVR) und der Polizei und wegen der kurzen Planungsphase für ein Sicherheitskonzert sagte der Veranstalter Leutgeb das Konzert überraschend ab.

Zur weiteren Überraschung stellte sich heraus, dass die Band Rammstein dem Silvester-Konzert auf der Theresienwiese überhaupt nicht zugesagt hatte. „Es gab weder eine finale Zusage der Band noch einen Veranstaltungsvertrag“, äußerte ein Sprecher.

Die Fraktionen von Die Grünen – Rosa Liste und Die Linke/ Die Partei im Münchner Stadtrat fordern nun Aufklärung rund um die Vorgänge des Rammstein-Konzerts.

Laut einer Mitteilung solle etwa geklärt werden, „auf welcher Grundlage Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner den Stadtrat dahingehend unter Druck gesetzt hat, übereilt eine Entscheidung herbeiführen zu müssen.“ Auch der eine vermeintliche Dringlichkeit betonende Verweis des Referenten auf einen Standortwettbewerb mit der Stadt Essen habe sich als nichtig entpuppt.

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Update: 18. August

Rammstein sagte Silvester-Konzert auf der Theresienwiese in München nie zu

Das Silvester-Konzert von Rammstein auf der Theresienwiese in München erregte zuerst viel Aufsehen - und wurde schließlich abgesagt. Doch das geplante Mega-Event sorgt weiter für Wirbel.

Die Band aus Berlin um Sänger Till Lindemann hatte dem Auftritt überhaupt nicht zugesagt.

„Richtig ist, dass der Band eine grundsätzliche Anfrage hierzu vorlag, nicht für die Theresienwiese, sondern für das Messegelände München“, sagte ein Band-Sprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Es gab weder eine finale Zusage der Band noch einen Veranstaltungsvertrag.“

Der Veranstalter Leutgeb Entertainment äußerte sich nicht zu der Sache. Es wurde nur darauf verwiesen, dass sich mit den Behörden einvernehmlich darauf verständigt wurde, dass die Zeit bis Silvester nicht ausreiche, um ein Konzert dieser Größenordnung sicher durchführen zu können. „Eine Veranstaltung muss für alle Beteiligten funktionieren, weshalb ich aus Gründen der Vernunft entschieden habe, das geplante Vorhaben zu beenden“, hieß es von Leutgeb.

Kritiker hatten unter anderem die Lärmbelastung für die Anwohner vorgebracht, ebenso die Kapazitäten von Polizei, Rettungskräften, Feuerwehr und Krankenhäusern, die an Silvester ohnehin stark unter Druck stehen. Diskutiert wurde auch das Konzept für die Sicherheit der Besuchermassen. Nach einem Gespräch mit Stadt und Verwaltung am Dienstag sagte der Konzertveranstalter dann überraschend ab.

„Die Abläufe werden von Seiten der Band als sehr unglücklich bewertet“, sagte der Rammstein-Sprecher. So sei der Eindruck entstanden, die Musiker hätten ein Silvesterkonzert in München als bestätigt betrachtet und dies auch selber angekündigt. Das sei aber nie der Fall gewesen. Auch mit der Absage habe die Band nichts zu tun: „Die sagt nichts ab, weil sie nichts zugesagt hat.“

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Update: 16. August

Rammstein-Konzert in München auf der Theresienwiese an Silvester abgesagt

Rammstein wird an Silvester kein Konzert auf der Theresienwiese in München spielen. Laut Informationen der TZ aus dem Rathaus habe der Veranstalter Leutgeb das geplante Mega-Event abgesagt. Auch die Bild berichtet von einem Absage des Konzerts.

Geplant war einer Silvester-Konzert der Band Rammstein in München mit bis zu 145 000 Zuschauern. Der Stadtrat beschloss in einer Sitzung für das Mega-Event die Theresienwiese zur Verfügung zu stellen. Der Auftritt musste jedoch noch vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) genehmigt werden. Dafür sollte der Veranstalter noch ein Konzept vorlegen.

Nach einem Gespräch mit der Stadt München am Vormittag habe der Veranstalter überraschend abgesagt, sagte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats am Dienstag.

Die Leutgeb Entertainment Group begründete die Entscheidung dem Sprecher zufolge mit dem hohen Zeitdruck, unter dem sie ein schlüssiges Sicherheitskonzept für das Konzert hätte ausarbeiten müssen.

Veranstalter sagt Silvester-Konzert von Rammstein auf der Theresienwiese ab

Die Befürworter hatten sich von dem Konzert einen riesigen Werbeeffekt für München erhofft, da Rammstein international eine riesige Fangemeinde hat.

Kritiker verwiesen unter anderem auf die ohnehin starke Belastung von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften in der Silvesternacht. Zudem wäre die An- und Abreise von mehr als 100 000 Menschen eine Herausforderung gewesen.

Auch die Münchner Kulturveranstalter sahen sich benachteiligt, wurde ihnen doch bislang versagt, große Konzerte auf der Theresienwiese zu veranstalten.

Zum Konzert von Helene Fischer und Robbie Williams an der Messe München informiert der Veranstalter über Beeinträchtigungen im Verkehr.

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Update: 10. August

Stadtrat München stimmt für Silvester-Konzert von Rammstein auf der Theresienwiese

Es ist ein erster Erfolg für das geplante Silvester-Konzert von Rammstein in München. Der Stadtrat hat laut Informationen der SZ am Mittwoch beschlossen, die Theresienwiese für das Mega-Event mit rund 145 000 Zuschauer zur Verfügung zu stellen. Die Fraktionen der SPD und CSU hatten die Grünen, Linken und ÖDP überstimmt.

Der Auftritt selbst muss jedoch vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) genehmigt werden. Der Veranstalter muss nun ein genehmigungsfähiges Konzept vorlegen, damit die Band am 31. Dezember auch wirklich auftreten kann.

Angesichts der ungewöhnlich kurzen Vorbereitungszeit und fehlenden Erfahrungen mit einem Konzert dieser Größenordnung auf der Theresienwiese sieht das KVR besonders die Sicherheit der Besucher kritisch. Darüber hinaus gebe es von der Zusammenarbeit mit den in der Silvesternacht ohnehin stark belasteten Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr bis hin zur An- und Abreise mit Pkw und Bahn noch viel zu klären.

Auch für das Tollwood-Winterfestival, in dessen Rahmen auf dem Gelände seit 22 Jahren eine eher ruhigere Silvester-Gala stattfindet, müsse eine Lösung gefunden werden.

Die SPD-Fraktion brachte deshalb einen Änderungsantrag durch, wonach unter anderem der Vorverkauf erst nach der Genehmigung beginnen dürfe, um die Behörde nicht unter Druck zu setzen. Beim Konzert von Andreas Gabalier vor wenigen Tagen, das vom selben Veranstalter organisiert wurde, war die Genehmigung aufgrund zahlreicher notwendiger Nachbesserungen im Sicherheitskonzept erst einen Tag vorher erteilt worden.

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Rammstein-Konzert in München? Bedenken wegen geplantem Mega-Event an Silvester auf der Theresienwiese

Erstmeldung: 09. August

Rammstein ist eine der bekanntesten Bands der Welt und will an Silvester ein riesiges Konzert mit 145 000 Zuschauern in München geben. Doch ob das Mega-Event auf der Theresienwiese auch tatsächlich stattfindet, ist fraglich.

Der Münchner Stadtrat soll am Mittwoch über die Vergabe abstimmen. Die Fraktion Die Grünen – Rosa Liste hat jedoch schon angekündigt, dem Antrag zum Rammstein-Konzert wegen der gravierenden Bedenken von Polizei und Kreisverwaltungsreferat (KVR) nicht zuzustimmen.

Rammstein plant Silvester-Konzert auf der Theresienwiese in München

„Der Veranstalter erwartet zirka 145 000 Zuschauer zu dem Konzert von Rammstein auf der Theresienwiese“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Referats für Arbeit und Wirtschaft.

Das Amt befürwortet die Großveranstaltung: Die Show werde „erhebliche Aufmerksamkeit für die Tourismusdestination München weit über die Grenzen der Stadt hinaus generieren“ und neben der üblichen Umsatzsteigerung für Hotellerie und Gastronomie „weltweit vor allem auch als Werbeträger für München als Kultur- und Tourismusstandort funktionieren“.

Auch wenn der Münchner Stadtrat dem Rammstein-Konzert zustimmt - Das KVR als genehmigende Behörde hat die Organisation und vor allem die Sicherheit im Blick.

„Das ist eine Großveranstaltung, die in der Art noch nicht auf der Theresienwiese stattgefunden hat“, betonte KVR-Sprecher Tobias Kapfelsberger.

Da gäbe es von der Zusammenarbeit mit den an Silvester ohnehin stark belasteten Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr über Konzepte für Ordner, Flucht- und Rettungswege bis hin zur An- und Abreise mit Pkw und Bahn viel zu klären. Zumal auf dem Gelände zeitgleich auch noch das traditionelle Wintertollwood stattfindet.

Geplantes Rammstein-Konzert überrascht München - Auch Tollwood-Veranstalter hatten keine Ahnung

Die Tollwood-Veranstalter wurden von der Konzert-Planung überrascht. In einer Mitteilung am Montag gaben sie bekannt, dass sie die parallele Durchführung eines Rammstein-Konzerts und der Tollwood-Silvesterparty nicht für möglich halten.

„Tollwood möchte aber nicht im Wege stehen, falls die Stadt sich für das Groß-Konzert entscheidet.“, heißt es von den Veranstaltern. „Betonen möchten wir allerdings, dass wir für das Tollwood Winterfestival, das am 24. November beginnt, bereits im Vorverkauf sind und Verträge geschlossen haben.“

Üblicherweise hätten solche erstmals an einem Ort ausgetragenen Massen-Events einen Vorlauf von bis zu einem Jahr, erläuterte KVR-Sprecher Kapfelsberger. Dass auf der Theresienwiese normalerweise jährlich das Oktoberfest stattfindet, ändere daran aufgrund der ganz anderen Umstände nichts. Und gerade nach den tödlichen Vorfällen auf der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010 prüften die Sicherheitsbehörden die Konzepte noch genauer. „Jetzt sind es noch 4,5 Monate bis dahin - das wird auf jeden Fall eng“, betonte Kapfelsberger.

Deshalb werde es wohl erst relativ kurzfristig klar sein, ob das Konzert im geplanten Rahmen genehmigt werde oder nicht. „Aber es gibt ja nicht immer nur Ja oder Nein, es kann ja auch ein Dazwischen geben.“

Wegen geplantem Rammstein-Konzert auf der Theresienwiese - Offener Brief an OB Reiter

Der Verband der Münchener Kulturveranstalter e.V. hat sich wegen dem geplanten Rammstein-Konzert auf der Theresienwiese mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gewandt. Dort werden die Verantwortlichen der Stadt um einen Dialog gebeten, um zu eine faire, transparente Vergabe von Orten und Plätzen für Veranstaltungen zu gewährleisten. Es solle ein Wettbewerb ohne Einflussnahme ermöglicht werden.

In der Vergangenheit habe es wiederholt Anfragen des Vereins gegeben, zusätzliche Flächen in München für Open-Air-Veranstaltungen nutzen zu können. Dem Verband sei daraufhin von Seiten des Wirtschaftsreferenten eindringlich vermittelt worden, Großkonzerte sollen auch weiterhin nur im Olympiastadion stattfinden.

Von Anfragen zur Nutzung der Theresienwiese sei wegen zu erwartenden Beschwerden durch Anwohner und die ablehnende Haltung der zuständigen Bezirksausschüsse abgeraten worden.

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