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Pullach plant seine Zukunft mit Geothermie und den SWM

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Von: Marie-Julie Hlawica

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Mangold (mit Helm) von der 
Energiezentrale Pullach erklärt Bürgern, wie die Gemeinde Geothermie nutzen kann.
Helmut Mangold (mit Helm) von der Energiezentrale Pullach erklärt Bürgern, wie die Gemeinde Geothermie nutzen kann. © M. Burger

Ein Leuchtturmprojekt soll es werden: Pullach plant seine Zukunft mit Energie durch Geothermie und den SWM - wie München davon profitieren kann.

Pullach - Fossile Brennstoffe sind out, Klimaneutralität und Nachhaltigkeit in. Wie effizient Erdwärme Energie liefert, zeigt Pullach mit dem Geothermiestandort Jaiserstraße seit 2005. Jetzt will die Gemeinde erweitern. Und zwar so, dass auch Münchner Haushalte davon profitieren. Deshalb ist die SWM beim Joint Venture mit im Geschäft.

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Pullach plant seine Zukunft mit Geothermie: Zusammenarbeit mit den SWM

Helmut Mangold, Geschäftsführer der Pullacher Energiezentrale IEP, ist optimistisch: „Wir versorgen heute rund 40 Prozent der Gebäude in Pullach mit nachhaltiger Wärme.“ Sein Ziel: „Bis 2027 möchten wir weitere 1000 Teilnehmer anschließen, denn wir wollen nicht zur fossilen Versorgung zurück.“ Mit dem neuen, größeren Geothermiestandort sollen mehr Haushalte erreicht werden: „2031 wollen wir die 70 Prozent Marke knacken, schließlich die Vollversorgung erreichen.“

Schon vor drei Jahren führte die IEP erste Gespräche mit den Münchner Stadtwerken. Das Joint Venture mit den SWM als gleichberechtigter Partner der Gemeinde scheint auch mit dem drohenden Gas-Stopp russischer Lieferanten und stetig steigenden Energiepreisen umso dringlicher.

Zukunft mit Erdwärme: Auch München soll vom Ausbau in Pullach profitieren

„Zusammen können wir eine größere Anlage bauen, die Wärme an München abgeben kann, denn wir würden deutlich mehr Energie fördern als wir als Gemeinde benötigen“, so der Geothermie-Experte. Ein Sprecher der SWM bestätigt: „Ein geeigneter Bohrstandort mit ausgiebigem Heißwasservorkommen wird gerade gesucht.“ Ideal wäre „ein Grundstück von 20 000 Quadratmetern für den Bohrplatz“, so Mangold. „Sichtbar bei Inbetriebnahme bleibt ein Gebäude mit 25 auf 70 Metern.“

Schritt für Schritt geht die IEP nun voran: „Wir sprechen mit Landwirten und beruhigen Grundstückseigentümer in puncto Lärmschutzmaßnahmen. Ich bin zuversichtlich, dass der Spatenstich für die Erweiterung 2023 durchgeführt werden kann, eine Inbetriebnahme ist 2027 bis 2030 denkbar.“ Dazu könnte das Bauvorhaben langfristig Arbeitsplätze für Gemeinde und Landkreis sichern, „nicht nur in der Bauphase, auch darüber hinaus“.

Blick in die Geothermie-Anlage

Um Erdwärme zu fördern und nutzen, schrauben sich riesige Bohrer rund 30 Meter in die Tiefe – sichtbar an der Oberfläche bleibt nur ein etwa drei Meter hoher Bohrkopf. Die 2018 durchgeführte 3D-Seismik-Kampagne zum Ausloten neuer Standorte in und um Pullach war erfolgreich – stellte sehr ergiebiges Heißwasservorkommen im Untergrund fest. So ist eine Leistung von 77 Megawatt und damit künftig eine 100-prozentige Deckung der Gemeinde Pullach mit geothermischer Wärme realistisch.
Wer einen Blick auf Technik und Funktion der Pullacher Geothermieanlage der IEP, Jaiserstraße 5, werfen will, kann dies bei zwei öffentlichen, kostenfreien Führungen der Volkshochschule tun – konkret an den Donnerstagen 6. Oktober und 10. November, je 17 bis 19 Uhr. Die Anmeldung erfolgt über die VHS Pullach oder das Büro der IEP unter Telefon 25 00 78 610.

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