Zu neunt in der City

Großfamilie Spandri: Ihr Zusammenleben – »ein Geschenk«

München Turbulent geht’s oft zu – und ganz schön eng. Drei Buben schlafen in einem Zimmer, vier Mädchen teilen sich zwei weitere Zimmer. Zu neunt wohnen die Spandris in einer Wohnung in der Isarvorstadt – eine der letzten Großfamilien in der Münchner City. Die Lage – für die Eltern ideal. „Wenn man den Tagesablauf von sieben Kindern jonglieren muss – zwischen Sportverein, Reittherapie und Nachmittagsunterricht – da ist es schon vorteilhaft, wenn man so zentral wohnt“, erklärt Mama Roswitha Spandri. Papa Tobias, Fondsmanager bei der Allianz, hat seinen Arbeitsplatz ganz in der Nähe. „Ich will nicht heimkommen und meine Kinder schlafen schon“, sagt er. „Es ist uns wichtig, gemeinsam Abend zu essen.“ Und nicht nur das: „Wir treffen alle Entscheidungen als Eltern gemeinsam – man muss den Kindern Liebe und Einheit vorleben.“ Der 39-Jährige hat selbst neun Geschwister – seine Frau hingegen konnte sich ursprünglich gar nicht vorstellen, Mutter zu werden: „Ich habe immer Angst vor der Verantwortung gehabt“, gesteht Roswitha Spandri. „Dann habe ich gemerkt, dass Gott mich auch dann liebt, wenn ich Fehler mache, und mir Kraft gibt.“ Jetzt kann die 40-Jährige anderen Frauen Mut machen: „Jedes Kind ist ein Geschenk und einmalig.“ Für Tochter Mirjam ist ihre Großfamilie „ganz normal“. „Wir sind nichts Besonderes“, meint die 14-Jährige. In der Schule werden die Kinder allerdings manchmal mit Unverständnis konfrontiert: „Manche Leute denken, wir können uns nichts leisten“, so Mattia (12). „Aber wir haben alles, was wir brauchen – wir wollen gar kein Taschengeld.“ Die Kinder genießen es, zusammen zu sein: „Der Vorteil ist, dass man immer jemanden zum Spielen hat – der Nachteil, wenn man mal teilen muss“, findet Anna Maria (9). Aber auch das tun die Spandris gerne. „Natürlich muss man verzichten, aber dafür bekommt man viel zurück“, betont der zehnjährige Stefano. Auf die Frage, ob sie selbst auch mal sieben Kinder wollen, reagieren die Kinder mit einem überzeugten „Mindestens!“. 41 Großfamilien Das Statistische Amt München führte im Dezember 2008 sieben Münchner Familien mit neun Kindern, zwölf Familien mit acht Kindern und 26 Familien mit sieben Kindern. Die meisten der 41 Großfamilien leben in Trudering-Riem (13 Großfamilien) und Ramersdorf-Perlach (8). heu Das Einzige, was sie an ihrem Zuhause vermissen: ein Garten. „Viele befreundete Familien mussten an den Stadtrand ziehen, weil sie sich die City nicht mehr leisten konnten“, so Papa Tobias. „Aber zumindest grüner ist es da.“ Maren Heußler

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