Sendlinger Autor Olaf Maly

Sendlinger Geschichten für die USA

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Das neue Buch von Olaf Maly, „Mittersendlinger Lausbubengeschichten“, soll auch in den USA ein Erfolg werden und der nächsten Generation die Nachkriegszeit näher bringen.

Olaf Maly möchte seine Heimat mit den „Münchner Lausbubengeschichten“ bekannt machen.

Ein wunderschönes Natursteinhaus in Floridas grüner Natur strahlt gelassene Südstaatenruhe aus. Inmitten dieser sonnigen Idylle entsteht eine absolut unerwartete Buchkulisse:

Der Sendlinger Autor Olaf Maly (Foto) schreibt in seinem neuen Buch „Mittersendling – Münchner Lausbubengeschichten“ über Münchner Kinder während der Nachkriegszeit.

Durch die englische Übersetzung seiner Lausbubengeschichten möcht der Schriftsteller seine Heimat Sendling dem internationalen Publikum näher bringen. „Die Amerikaner sind sehr an Deutschland und der Nachkriegszeit interessiert“, sagt der 68-Jährige Maly.

„Viele Menschen in den USA können sich nicht vorstellen, wie der Großteil der Menschen in Deutschland lebte.

Vielleicht animiert mein Buch dazu, nicht zu vergessen.“

Der seit Jahren für seine Detektivgeschichten um den urigen Kommissar Wengler bekannte Schriftsteller versucht sich anstatt mit Fiktion an lebensnahen Geschichten aus seinem ehemaligen Zu Hause. „Ich halte es für wichtig, der nächsten Generation davon zu erzählen, wie die Geschichte wirklich war und nicht, wie Geschichtsbücher das vermitteln“, erzählt der Autor.

Im Vordergrund stehen lustige Episoden um den Protagonisten Hansi und seine vier Sendlinger Freunde. Neben kurzweiligen Geschichten von nächtlichen Besuchen in Freibädern, dem Genuss des ersten Biers auf der Wiesn, der ersten Lederhose auf der Auer Dult oder einem keuschen Kuss am Viktualienmarkt erfährt der Leser parallel von den Kämpfen der Münchner mit Hunger, Kälte oder Armut.

Olaf Malys Lieblingsszene ist die, als Hansi und sein Freund Franz im tiefsten Winter Kohlen an den Gleisen sammeln und sich dabei die Nasen abfrieren, damit es die Familie später im Haus warm hat.

„Das Detail ist so typisch für diese Zeit“, erklärt der Autor. „Wir sollten für jeden Tag dankbar sein, an dem es uns warm ist, wir ein Dach über dem Kopf haben und nicht frieren müssen.“

Maly beschreibt die Schauplätze der kleinen Abenteurer nicht von ungefähr. „Ich komme auch aus Mittersendling. Die Siedlung aus meinem Buch mit den Sozialwohnungen und der Mauer drum herum gibt es wirklich“, sagt der 68-Jährige. „Aber außer der frohen, grauen Farbe an den Häusern hat sich eigentlich alles verändert. Aus den Wiesen wurden leider Parkplätze, die alten Geschäfte wurden aufgelöst.“

Beruflich und per Zufall verschlug es den 68-Jährigen bereits vor 32 Jahren wegen eines Projektes nach Amerika, in Florida schlug er mit seiner Partnerin dauerhaft Wurzeln. Maly versucht trotzdem, mindestens einmal im Jahr nach Deutschland zu reisen: „Irgendwie verliert man seine Heimat nicht, egal wie lange man im Ausland ist.“

Besonders stark vermisst er den Leberkäs im Stehen am

Viktualienmarkt, den Blick auf die Berge bei Föhn und den Spaziergang im Englischen Garten. Mit Hilfe seiner Bücher schafft Maly es von Florida aus jederzeit, sich zurück nach München zu träumen. „Das Schöne am Schreiben ist, man kann es überall tun. Die Heimat bleibt im Herzen.“
Julia Langhof

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