Wieder Leben im Areal

Nach jahrelangem Leerstand: Künstler dürfen Rollo-Fabrik zwischennutzen

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Seit nunmehr vier Jahren kämpfen Künstler für eine Nutzung der Rollo-Fabrik als Ateliers. Jetzt ist es Tobias Sehr und seinen Mitstreitern gelungen.

Eingeschlagene Fenster, zugewucherte Einfahrt: Über ein Jahrzehnt standen die beiden Gebäude an der Schäftlarnstraße und der Fraunbergstraße leer – bis jetzt...

Thalkirchen – Die beiden Gebäude an der Schäftlarnstraße 178 und der Fraunbergstraße 4 stehen seit Jahrzehnten leer. Seit vier Jahren kämpfen Künstler dafür, sie als Ateliers zwischennutzen zu dürfen (Hallo berichtete). Jetzt ist das Tor zum Areal aufgesperrt, es riecht nach Farbe – und die ersten Künstler laden bereits ihre Werke aus einem Lieferwagen.

In den Räumen wurde so gut wie nichts verändert.

„Das Gebäude war in perfektem Zustand. Wie wir es immer gesagt haben: Aufsperren und loslegen“. Und das ist jetzt auch passiert, erzählt Tobias Sehr, einer der Initiatoren. Das Kommunalreferat hat die Erlaubnis zur Zwischennutzung schlussendlich doch noch erteilt. Jetzt steht die Eröffnung kurz bevor. 

Seit sechs Wochen werkelt Sehr jeden Tag bis zu acht Stunden auf dem Areal: „Es gibt so wenige Orte in München, die so viel bieten wie das hier. Das muss genutzt werden.“ Bisher zahle er alles aus eigener Tasche. Das soll sich aber bald ändern: Sechs Künstler beziehen ihre Ateliers an der Fraunbergstraße 4. In dem Gebäude an der Schäftlarnstraße 178 sollen Arbeitsplätze für Studenten der Kunstakademie entstehen.

„Wir mussten nur einmal rauskehren und die Wände und Decken weißeln“, erzählt Sehr.

Aber Sehr möchte nicht nur einen Raum schaffen, der exklusiv für Künstler zugänglich ist. Es soll ein Begegnungsort entstehen – für Alt und Jung, und das ganze Viertel: Er denkt dabei zum Beispiel an Senioren-Yoga oder einen Tanztee.

Was dort Vielfältiges in Thalkirchen geschaffen wird, ist aber nur eine Zwischennutzung – und hat somit ein Verfallsdatum. An der Fraunbergstraße soll Ende 2020 Schluss sein, an der Schäftlarnstraße bereits Mitte 2020. Dann will die GWG laut Sprecherin Nadine Kölmel auf dem Areal 53 Wohnungen und eine Kinderkrippe errichten.

Sophia Oberhuber

Die Eröffnung findet am Samstag, 19. Oktober, von 14 bis 20 Uhr statt. Es wird offene Ateliers, einen Workshop mit dem Künstler „Eliot, the SUPER!“und eine Ausstellung zur Geschichte der Gebäude geben.

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