Ausgebaut statt ausgetauscht

Wegen Sanierung des Bahnhof-Übergangs – Sollner gehen gefährlichen Weg über die Gleise

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Vom Sollner Bahnsteig aus ist man bis November 2019 über die Treppen auf den Fußgängersteg gelangt, der über die Gleise und weiter zur Wolfratshauser Straße führte. Stattdessen müssen die Sollner jetzt an das andere Ende des Bahnsteigs gehen.

Statt der Treppen, die hinauf zum Fußgängersteg und weiter Richtung Bushaltestellen führten, erwarten S-Bahn-Nutzer in Solln jetzt zwei Holzplanken am südlichen Ende der Bahnsteige

Solln – Seit knapp einem Jahrzehnt haben die Politiker im 19. Bezirk für die Sanierung genau dieser maroden Treppen gekämpft. Ende 2019 sollte es dann so weit sein: Die Deutsche Bahn (DB) hat das Bauwerk abgerissen – der Ärger nimmt dennoch kein Ende. 

Denn: Der Übergang soll erst im Sommer wieder nutzbar sein. „Die Bevölkerung ist stinksauer“, schimpft Reinhold Wirthl (CSU), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im BA. In einer Mitteilung der DB heißt es, dass die Arbeiten „während der Wintermonate zeitweilig ruhen“ werden. Das einzige Ziel des Ausbaus sei laut Wirthl die „Ersparnis des Winterdienstes“. 

Reinhold Wirthl (CSU)

In der Vergangenheit gab es vor allem im Winter Probleme (Hallo berichtete): unzureichende Räumung oder Komplettsperre des Zugangs. Die Sollner mussten deshalb den Umweg über die Unterführung an der Friedastraße am nördlichen Ende des Bahnsteigs nehmen. Dieser Weg dürfte nun zum Alltag werden. Solange der Steg nicht erneuert wurde, ist die Unterführung der einzige Zugang zum Gleis. 

Das hat dramatische Folgen: „Inzwischen überqueren Personen die Gleise, um die Buslinien zu erreichen. Die DB tut nichts. Es werden weder Absperrgitter aufgestellt, noch andere Maßnahmen ergriffen“, so der Politiker. 

Die Treppe wird im Winter gesperrt.

Von einer provisorischen Treppe hält die DB nichts, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilte. Dadurch würde das Baufeld eingeschränkt. In einem Antrag fordert die SPD-Fraktion im BA nun, den Haltebereich der S-Bahn weiter nach Norden zu verlegen, um die Wege zu verkürzen. Auch sollen die Fahrzeiten der Buslinie 134 angepasst werden, damit Umsteiger den Anschluss erreichen können. Wie das Gremium am Dienstagabend entschied, stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. 

soph

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