Sendlinger Bunker

Die Löwen dürfen bleiben – Nicht jeder teilt die Freude darüber

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Laut Anwohnern basteln die Löwen-Fans im Bunker an ihren Spieltags-Choreografien.

Das Kommunalreferat hat nun eine Entscheidung bezüglich der Nutzung des Sendlinger Bunkers getroffen: Der Vertrag mit den 60er-Fans wird trotz Kritik verlängert.

Update: 27. Februar 2020

Sendling: Zugeparkte Straßen, Müll, Lärm: Seit die 1860er-Fans im Sommer 2017 in den Bunker an der Gaißacher Straße gezogen sind, gab es immer wieder Ärger. Der Sendlinger Bezirksausschuss stimmte deshalb im Dezember 2019 mehrheitlich für einen Antrag, der das Kommunalreferat auffordert, den Vertrag mit den Löwen nicht zu verlängern (Hallo berichtete). 

Die Antwort der Verwaltung dürfte im Viertelgremium jetzt nur wenig Euphorie auslösen. In dem Schreiben heißt es, dass sich die Mieter des Hochbunkers „vertragsgemäß verhalten“ und „gegen keine Regeln verstoßen“. Seit längerer Zeit würden keine Beschwerden vorliegen. Die Fußballfans dürfen bleiben – außer der BA wünsche eine kulturelle Nutzung, für die dann auch der Stadtrat stimme. 

Kultur statt Löwen im Bunker forderte der BA aber bereits in seinem Ursprungsantrag, auf den das Kommunalreferat antworten sollte. Man werde nun noch einmal beim Kulturreferat nachfragen, kommentiert Markus Lutz (SPD), Chef des BA. 

Erstmeldung: 04.Dezember 2019

Sendling – Als die 1860er-Ultras alias der „Verein zur Pflege der Münchner Fußballkultur“ im Sommer 2017 in den Hochbunker eingezogen sind, war das der Startschuss für eine brisante Zeit an der Gaißacher Straße: 

Anwohner beschwerten sich über Ruhestörung und Verkehrschaos. Der BA fühlte sich von der Verwaltung übergangen. Jetzt neigt sich der Mietvertrag der Löwen dem Ende zu – und die Lokalpolitiker ergreifen die Chance. 

Der Bunker sollte kulturell genutzt werden

Anja Berger (Grüne) fordert das Kommunalreferat in einem Antrag auf, den Mietvertrag nicht zu verlängern. Das müsse bis März 2020 entschieden werden, damit die Fristen gewahrt würden. 

Weiter fordert Berger, dass das Gebäude kulturell genutzt und für die Sendlinger geöffnet werden sollte. Die Löwen-Fans kämen dem nicht nach und nutzten den Bunker lediglich als Aufbewahrungsort und Treffpunkt. 

Anja Berger (Grüne) fordert das Kommunalreferat in einem Antrag auf, den Mietvertrag nicht zu verlängern.

Eine Stellungnahme des Vereins ging aufgrund einer kurzfristigen Anfrage bis Redaktionsschluss nicht ein. „Das Kommunalreferat hat den Bunker unter der Hand verscherbelt – völlig am BA vorbei“, klagt SPD-Sprecher Ernst Dill. 

Deshalb stimme seine Fraktion dem Antrag zu. Anders die CSU: „Einige aus unserer Fraktion wohnen dort und können die Beschwerden nicht nachvollziehen“, so Michael Kaiser (CSU). 

Wann genau die Löwen ihre Banner einrollen müssten, ist unklar.

Auch sehe er einen Interessenskonflikt: Grünen-Mitglieder seien im Bunker-Verein engagiert, der bei der Vergabe im Jahr 2016 gegen die 1860er verlor. Elisabeth Robles-Salgado (Grüne) versicherte, dass der Verein nicht mehr existiere. 

Die Politiker stimmten dem Antrag schließlich mehrheitlich zu. Nun ist der Stadtrat an der Reihe, zu entscheiden, ob die 60er bleiben dürfen. Wann genau die Löwen ihre Banner einrollen müssten, ist unklar. 

Ein BA-Mitglied teilte mit, dass es sich um Herbst 2020 handeln würde. Genaueres durfte nicht gesagt werden. Auch Birgit Unterhuber, Sprecherin des Kommunalreferates, verwies auf den Datenschutz. 

soph

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