„Wie eine Schlucht“

Großmarkt-Update – Was der BA zum Plan eines hochmoderner Handelskomplex sagt

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Gegenüber vom Heizkraftwerk soll das Gebäude 68 Meter hoch sein. Rechts unten im Bild befinden sich die freien Flächen, die hier modellhaft beplant wurden. 

Am Großmarkt sollen 27 Hektar neu bebaut werden. Wie die Stadt dieses Potenzial ausschöpfen möchte und was der Sendlinger Bezirksausschuss zu den Plänen sagt...

Sendling – 27 Hektar werden am Großmarkt neu beplant, neu bebaut, neu begrünt. 27 Hektar oder etwa 39 Fußballfelder, auf denen den Händlern nicht nur bezahlbare Räumlichkeiten angeboten werden sollen, sondern auf denen sich städtebaulich so große Flächen eröffnen werden wie aktuell an wenig anderen Stellen im Innenstadtbereich. 

Wie die Stadt dieses Potenzial ausschöpfen möchte und welches Konzept für das Mehr an Verkehr angedacht ist, wollte der Sendlinger BA in seiner jüngsten Sitzung vom Planungsreferat und dem Investor Umschlagzentrum Großmarkt München (UGM) wissen. 

Großzügige Freiflächen auf dem Dach

Wo sich heute noch die Hallen aus dem letzten Jahrhundert befinden, soll ein hochmoderner Handelskomplex entstehen, wie Hallo bereits berichtete. Öffentlich zugängliche Bereiche werden sich vor allem auf dem Dach des Marktes abspielen. 

Dort planen die Architekten eine großzügige Freifläche. Im südlichen Teil sind Büros angedacht. Wohnungsbau würde sich nicht rechnen: „Wir versuchen bereits, günstige Händlerflächen zu schaffen. 

Wir müssen oben einen höheren Mietertrag erwirtschaften“, erläuterte Oliver Rob vom UGM. Maximale Höhe des Gebäudes: 68 Meter an der Schäftlarnstraße. 

„Die Höhe wird polarisieren.“

BA-Mitglied Ernst Dill (SPD) bezeichnete das als „Schlucht, fast wie der Grand-Canyon“, Rob gab sich diplomatischer: „Die Höhe wird polarisieren.“ Das Konzept der UGM sieht vor, die aktuell auf dem Gelände verteilten Marktflächen an einer Stelle zu bündeln. 

„Dadurch wird an anderer Stelle Platz frei“, so Rob. Dort kommt die Stadt ins Spiel. Jenes Gelände könnte vielfältig genutzt werden. Julia Biller vom Planungsreferat blieb vage: „Wir stehen mit der Fläche noch ganz am Anfang der Entwicklung.“ 

„Am Limit“ sei noch ein Euphemismus. 

In diesem Planungsstand genaue Angaben, beispielsweise zu einer möglichen Anzahl an Wohnungen, zu machen, sei „unseriös“. Fest stehe aber, dass westlich der Großmarkthalle kein reines Wohngebiet entstehen werde, sondern eine gemischte Nutzung aus Wohnen und Gewerbe angedacht sei. 

Vage blieben die Antworten auch beim Thema Verkehrskonzept, das laut Biller „eines der dringendsten Dinge“ sei. Der BA stellte klar, dass eine Busverbindung nicht reiche. U3 und U6 seien jetzt schon am Limit. Oder wie es Benjamin Jergius (SPD) sagte: „Am Limit“ sei noch ein Euphemismus. 

Sophia Oberhuber

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