Anlage zur Reinigung der Abluft verzögert sich

Wie lange stinkt’s noch? – Schlachthof-Anwohner fordern Schließung und drohen mit Schadensersatz

Die Schweineschlachtung München GmbH hat das Gelände von der Stadt München gepachtet. Der Erbpachtvertrag läuft laut Birgit Unterhuber, Sprecherin des Kommunalreferates, noch bis 2035 – mit Verlängerungsoption.
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Die Schweineschlachtung München GmbH hat das Gelände von der Stadt München gepachtet. Der Erbpachtvertrag läuft laut Birgit Unterhuber, Sprecherin des Kommunalreferates, noch bis 2035 – mit Verlängerungsoption.

Seit Sommer 2019 häufen sich die Beschwerden: Der Geruch von Verwesung wabere durch die Straßen am Schlachthof. Jetzt verzögert sich der Einbau einer Abluftreinigungsanlage wieder.

Update: 26.02.2020

Isarvorstadt – Anwohner drohten der Stadt jetzt mit Geltendmachen von Schadensersatzansprüchen, fordern die Schließung des Betriebs. Währenddessen versucht das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) eine Lösung für das Problem zu finden – und muss weiter vertrösten. Als Hiobsbote wurde für die jüngste Sitzung des Bezirksausschusses Isarvorstadt Rudolf Fuchs, stellvertretender Referent für Gesundheit und Umwelt, auserkoren. Die Abluftreinigungsanlage, die laut RGU dem Gestank ein Ende bereiten soll, verzögere sich weiter. Von Dezember, auf Februar und jetzt: Ende März. 

Der Grund: Schwierigkeiten bei der Lieferung. Inzwischen habe das RGU weitere Mängel auf dem Gelände der Schweineschlachtung festgestellt: Kaputte Fenster, offene Türen, unverschlossene Abfallbehälter – darauf haben Anwohner aber bereits im November hingewiesen. Wenn der Betrieb die Mängel nicht beseitige, drohen laut Fuchs ab Ende März immerhin Bußgelder. 

soph

Meldung vom 24.01.2020

Isarvorstadt – Zwei Monate sind vergangen seitdem sich Anwohner bei der Bürgerversammlung des zweiten Bezirks über den ständigen „Geruch nach Verwesung“ am Münchner Schlachthof beschwert hatten. 

Jetzt verzögert sich der Einbau einer Abluftreinigungsanlage, die laut einer Sprecherin des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) die Lösung für das Problem sei. „Ich bin wirklich verzweifelt, weil es weiterhin so widerlich stinkt“, klagt Anwohnerin Bianca-Maria Klein. Auf Nachfrage beim RGU, teilte dieses Klein in einem Schreiben mit, dass der Einbau des Abluftreinigungssystems „durch eine entsprechende Fachfirma für Februar zugesichert“ wurde. Ursprünglich sollte dieses System aber bereits im Dezember installiert werden. 

Weiter führt das RGU in dem Schreiben aus: „Wir hoffen jedenfalls sehr, dass schnellstmöglich wieder einvernehmliche Zustände herrschen. Leider mussten wir feststellen, dass die bisherigen Aktivitäten der Anlagenbetreiberin zur Lösung der Geruchsproblematik noch nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben.“ Die Schweineschlachtung München GmbH, die für die Schlachtung an der Thalkirchner Straße zuständig ist, reagierte nicht auf eine entsprechende Anfrage der Redaktion. 

„Wir waren schon sehr enttäuscht, dass das nicht reibungslos geklappt hat“, kommentiert BA-Chef Andreas Klose. Ein Sprecher des RGU teilte auf Hallo-Nachfrage mit, dass die Anlagenbetreiberin Interimsmaßnahmen zur Abhilfe ergriffen habe. Bei drei Vor-Ort-Begehung zwischen Ende Dezember und Mitte Januar sei kein „unüblicher Geruch“ mehr festgestellt worden. Da es aber weiter Beschwerden von Anwohnern gab, wolle sich Stephanie Jacobs, Referentin für Umwelt und Gesundheit, jetzt erneut selbst ein Bild von der Situation machen und mit BA und Anwohnern sprechen. 

Eine Möglichkeit dafür gibt es bereits kommende Woche: Der BA hat das RGU und den Schlachthofbetreiber für eine Stellungnahme in die Sitzung des Gremiums eingeladen. 

Der Bezirksausschuss Isarvorstadt tagt

Die nächste öffentliche Sitzung des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt findet am Dienstag, 28. Januar, in der Gaststätte Zunfthaus, Thalkirchner Straße 76, statt. Beginn ist um 19 Uhr.

soph

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