Ein Streifen, der das Viertel spaltet

Diskussion um Radweg – Viertel in zwei Parteien gespalten

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Geschäftsinhaber und Anwohner kritisieren den Radstreifen an der Fraunhoferstraße heftig.

Knapp jeder dritte Antrag der Bürgerversammlung des zweiten Bezirks drehte sich um einen roten Streifen – und dessen Folgen. Rund um den Radweg haben sich zwei Parteien gebildet...

Isarvorstadt – Seit sich der Stadtrat vor sechs Monaten für den Radweg an der Fraunhoferstraße entschieden hat, haben sich zwei Lager gebildet (Hallo berichtete). In der Bürgerversammlung krachten diese jetzt aufeinander. 

Das Ergebnis überrascht. 

Die eine Gruppe an Anwohnern hat auf ihre persönlichen Probleme mit dem Fahrradweg verwiesen: Schwierigkeiten beim Aus- und Entladen, beim Halten. Schwierigkeiten für Senioren und Behinderte, die nun mal auf Autos angewiesen seien. 

Trotzdem überzeugte ein Antrag zur sofortigen Aussetzung der einjährigen Probephase die Isarvorstädter nicht. Anders hingegen Martin Kilian vom hiesigen Schlüsseldienst Kilian, der die Umwandlung der Fraunhoferstraße in eine 30er-Zone forderte: 

„Wir brauchen eine Beruhigung. Es wird zu sehr gerast.“ Auch Kurzzeitparken für Anwohner und Geschäfte soll künftig eingerichtet werden – genauso wie mehr Grün. 

Damit deckt sich das Ergebnis der Bürgerversammlung mit der Entscheidung des Bezirksausschusses, der kürzlich mehrere inhaltlich ähnliche Anträge verabschiedete. Peter Heidel ist vom Radstreifen überzeugt. 

Ein Bürger fordert, dass der Radlweg dauerhaft bleiben soll, da immer mehr Radler auf dem Gehweg fahren und dies gefährlich für Fußgänger und Radler ist.

Er wohnt seit 40 Jahren in der Fraunhoferstraße und forderte in seinem Antrag: Der Radlweg soll dauerhaft bleiben. „Die Radler haben den Gehweg benutzt. Es wurde immer unkomfortabler für die Fußgänger und gefährlicher für die Radfahrer“, erläutert er. 

Die Radwege in der Stadt sollten lückenlos ineinander übergehen und dafür sei die Fraunhoferstraße ein wichtiges Bindeglied. Nach dem Auszählen der Stimmen zum Vorschlag von Heidel war klar: 

Die etwa 100 anwesenden Isarvorstädter wollen den Radstreifen mehrheitlich – und zwar nicht nur provisorisch. 

Sophia Oberhuber

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