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Besorgte Bürgerfragen zum Windenergie-Projekt im Forstenrieder Park 

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Es gibt bereits Visualisierungen, wie die Windräder im Forstenrieder Park aussehen könnten. Doch einige Bürger haben noch Bedenken. Zu diesen und anderen Fragen nimmt Experte Peter Beermann aktuell bei vier Bürgerforen öffentlich Stellung.
Es gibt bereits Visualisierungen, wie die Windräder im Forstenrieder Park aussehen könnten. Doch einige Bürger haben noch Bedenken. Zu diesen und anderen Fragen nimmt Experte Peter Beermann aktuell bei vier Bürgerforen öffentlich Stellung. © TUM/Schöbel

Im Forstenrieder Park sollen sechs Windräder errichtet werden. Dabei stand bei einer Bürgerdiskussion vor allem die Sorge vor dem möglichen Gas-Ausstoß im Fokus.

FORSTENRIEDER PARK Bei einem Bürgerforum in Pullach sind die Pläne für den Bau von sechs Windkraftanlagen im Forstenrieder Park auf den Prüfstand gestellt worden. Die Arbeitsgemeinschaft Forstenrieder Park (ARGE), in der sich die Gemeinden Pullach, Baierbrunn sowie Neuried und Schäftlarn zusammengeschlossen haben, lud die Anwohner zum Dialog mit Experten ein. Im Mittelpunkt stand das Thema „Klima-Gefahr durch Windkraft“.

Ohne Windenergie könne eine schnelle Energiewende nicht funktionieren, darin waren sich die Teilnehmer des Treffens überwiegend einig. Doch ist Windenergie tatsächlich so klimafreundlich wie gedacht? Eine Pullacherin äußerte Bedenken hinsichtlich des Treibhausgases SF6 (Schwefelhexafluorid) in den Schaltanlagen der Windräder. Wenn das Gas einmal in die Atmosphäre gelangt sei, dauere es mehr als 3000 Jahre, bis SF6 sich wieder zersetze und unwirksam werde, erläuterte sie ihre Befürchtung.

Bedenken zu Windrädern im Forstenrieder Park: Bürger sorgen sich vor Gas-Ausstoß

„Windräder benötigen – ebenso wie große Solaranlagen – elektrische Schaltkästen. Das Gas SF6 isoliert die Leitungen in diesen Schaltanlagen und verhindert, dass dort Lichtbögen entstehen, die einen Brand verursachen können“, erklärte „Windkümmerer“ Peter Beermann, der mit dem Projekt im Forstenrieder Park betraut ist. Er finde es jedoch befremdlich, dass SF6 nur im Zusammenhang mit den Schaltanlagen der Windräder erwähnt werde.

„Dieses Gas wird beispielsweise in jeder Schaltanlage eines Umspannwerks verwendet. Seit mehreren Jahren wurde Schwefelhexafluorid als Füllgas in Autoreifen und Schallschutz-Isolierglascheiben benutzt und erst vor ein paar Jahren verboten“, betonte Beermann.

Außerdem benötige man nur drei Kilogramm SF6 pro Windkraftrad, eine Schaltanlage eines Umspannwerkes brauche hingegen mehrere Tonnen. Darüber hinaus könne das Gas nur dann in die Luft entweichen, wenn der Schaltkasten beschädigt werde.

Bedenken zu Windrädern im Forstenrieder Park: Widerstand aus dem Würmtal

Trotzdem hält der Experte es für sinnvoll, wenn die EU den Einsatz von Schwefelhexafluorid verbietet. „Dann werden die Hersteller der Schaltanlagen gezwungen, nach neuen Technologien zu suchen“, sagte er. Alternativen zu SF6 gebe es sehr wohl, sie seien jedoch teuer und schwer umzusetzen.

Widerstand droht dem Windrad-Projekt jetzt aber auch von der Gruppe „Gegenwind Würmtal“. Diese habe laut eigener Auskunft zuletzt in München Flyer gegen den Bau verteilt. „Es waren sehr viele Großhadener und Bewohner aus Fürstenried-West dabei, die richtig sauer wurden, als sie erfuhren, dass Neuried zigtausend Quadratmeter Wald zum Industriepark umwandeln möchte“, teilt eine Sprecherin der Gruppe mit. Weitere Aktionen seien geplant.

Weitere Termine der Bürgerforen

Mittwoch, 19. Oktober, in der Grundschule Neuried, Planegger Straße 4; Mittwoch, 26. Oktober, im Sport- und Bürgerzentrum Baierbrunn, Wirthsfeld 5 sowie am Donnerstag, 27. Oktober, in der Grundschule Schäftlarn, Fischerschlößlstraße 14. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr.

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