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Derzbachhof: Umstrittener Umbau des ältesten Bauernhauses Münchens im Dorfkern Forstenried abgeschlossen 

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Von: Theresa Reich

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Der Derzbachhof vor dem Umbau im Jahr 2019.
Der Derzbachhof vor dem Umbau im Jahr 2019. © Archiv/soph

Der Umbau des Derzbachhofes ist trotz aller Kritik und Gegenstimmen abgeschlossen. Was nun auf dem Gelände des einst ältesten Bauernhauses Münchens steht...

FORSTENRIED Das älteste Bauernhaus Münchens, der Derzbachhof, ist saniert. Der neue angrenzende Wohnkomplex bezugsfertig. Dort, an der Forstenrieder Allee 179, werden im Juni die ersten Bewohner einziehen.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Der Bauherr Euroboden mit Sitz in Grünwald hat den einst einsturzgefährdeten Hof für mehrere Millionen Euro in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege umfassend umgestaltet. Das im 1754 errichtete Bauernhaus – in dem ehemals die Wohnstube mit historischer Schwarzküche war – wurde zu einem Gemeinschaftsbereich umgebaut. Küche, Arbeitsräume, Gästezimmer und -bad können die Bewohner nun über eine App buchen.

Umbau des Derzbachhofes: 17 Apartments fasst das neue Wohnhaus

Konstruktionen aus zwei Jahrhunderten treffen im Dachstuhl des Altbaus in Forstenried aufeinander.
Konstruktionen aus zwei Jahrhunderten treffen im Dachstuhl des Altbaus in Forstenried aufeinander. © Euroboden

Teile des historischen Hofgeländes wurden mit dem neuen Wohnhaus bebaut. Dieses umfasst 17 Apartments und hat eine Grundfläche von 756 Quadratmeter. Die Wohnungen seien laut Caroline Wolf, Sprecherin des Investors Euroboden, fast alle an Privatkunden verkauft worden, die größtenteils persönlich einziehen. Die übrige 3100 Quadratmeter große Freifläche ist als Gemeinschaftsgarten angelegt.

Zwei Jahre hat der Umbau des Hofensembles gedauert – ein Jahr länger als geplant. Grund waren Corona-bedingte Verzögerungen bei Lieferketten und der Ausfall von Arbeitskräften. „Außerdem ergaben sich, wie bei so alten Gebäuden üblich, immer wieder Überraschungen“, erklärt Wolf gegenüber Hallo. So kamen Pilzbefall und Schäden am Tragwerk zum Vorschein, und eine zweite Konstruktion musste integriert werden, die die Dachlast trägt.

Umbau des Derzbachhofes: Wohnungen statt Museum

In der Vergangenheit ist der Umbau des 268 Jahre alten Hofgeländes häufiger in die Kritik geraten. Anwohner, wie die Initiative Dorfkernensemble Forstenried, starteten mehrere Protestaktionen und Petitionen, um das Projekt zu stoppen. Die Forderung: Das historische Baudenkmal sollte für die Allgemeinheit als Museum geöffnet werden. Auch kritisierten die Gegner, der Neubau zerstöre den denkmalgeschützten Dorfkern Forstenrieds und füge sich nicht in seine Umgebung um.

Direkt daneben liegt der neue Wohnkomplex, rechts im Bild.
Direkt daneben liegt der neue Wohnkomplex, rechts im Bild. © Euroboden

In fachspezifischen Architektenkreisen stößt das Umbauprojekt wiederum auf Zustimmung. Kürzlich erhielt das Team den Otto-Borst-Preis. Dieser wird ausgelobt von dem Verein „Forum Stadt Netzwerk historischer Städte“ und prämiert Sanierungsbeispiele in Altstadtensembles.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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