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Golfplatz in Thalkirchen darf bleiben ‒ Stadt München verlängert umstrittenen Pachtvertrag

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Von: Theresa Reich

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Das 140.000 Quadratmeter große Areal der Stadt am Hinterbrühler Park darf bis 2034 als Golfplatz genutzt werden. Der Pachtvertrag wurde jetzt um zehn Jahre verlängert.
Das 140.000 Quadratmeter große Areal der Stadt am Hinterbrühler Park darf bis 2034 als Golfplatz genutzt werden. Der Pachtvertrag wurde jetzt um zehn Jahre verlängert. © Theresa Reich

Der Golfplatz im Thalkirchener Hinterbrühler Park darf bleiben – Die Öffnung des gesamten Areals als Naherholungsgebiet für alle ist damit erst ab 2034 möglich.

Thalkirchen - Der umstrittene Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Münchner Golfclub wurde jetzt um weitere zehn Jahre verlängert. Das hat der Kommunalausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Damit geht das Stadtgremium nicht auf die Forderung des Münchner Forums, einiger Anwohner sowie der Linken im Stadtrat ein: das 140.000 Quadratmeter große städtische Areal für die Allgemeinheit zu öffnen und den Pachtvertrag nicht zu verlängern.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Golfplatz in Thalkirchen darf bleiben: kein neues Naherholungsgebiet für München

Klaus Bäumler, Sprecher des Forums, sieht eine „Dringlichkeit“ darin, den Bürgern die Flächen als Naherholungsgebiet zur Verfügung zu stellen. Zumal sie die gleiche Größe habe wie der Südteil des Englischen Gartens. „Corona hat gezeigt, wie wichtig solche Orte sind. Das städtische Areal im Hinterbrühler Park sollte nicht mehr nur einer privilegierten Minderheit zugänglich sein, sondern allen“, betont Bäumler.

Der Geschäftsführer des Münchner Golfclubs, Alexander Sälzler, argumentiert, dass der Verein die Natur in dem abgegrenzten Bereich besser schützen könne. „Wir sind an einem Umweltzertifizierungsprogramm beteiligt. Auf unserem Platz gibt es 58 teilweise gefährdete Wildbienenarten. Diesen bieten wir mit speziellen Blühwiesen ein Refugium.“

Auch der Vorsitzende des BA 19, Ludwig Weidinger (CSU), findet, Klimaschutz und Golfsport seien gut zu vereinbaren. „Momentan gibt es kein Konzept, das den Naturschutz gewährleistet. Durch die Nutzung des Golfclubs sind die sensible Fläche und die Hangkante geschützt“, sagt Weidinger auf Nachfrage. Allerdings befürwortet er den Umbau hin zu einer ökologischen Fläche nach Beendigung des Pachtvertrags im Jahr 2034. Doch dafür müsse früh genug ein Konzept zur Öffnung vorgelegt werden.

Golfplatz Thalkirchen: Verlängerter Pachtvertrag mit Begingungen

Dieses hätte das Planungsreferat allerdings schon 1992 ausgearbeitet, wie Bäumler bei seinen Recherchen herausfand. Dazu schreibt das Referat selbst: „Die Entwurfsplanung ist nach wie vor aktuell.“ Die Verwaltung soll jetzt das Konzept vertiefen.

Denn der Stadtratsbeschluss wurde mit einem Änderungsantrag der Fraktionen SPD/Volt und Die Grünen/Rosa Liste verabschiedet, wie Maren Kowitz, Sprecherin des Kommunalreferats, Hallo mitteilt: „Das Planungsreferat wird gebeten, mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz, dem Referat für Bildung und Sport sowie dem Baureferat zeitnah ein Alternativkonzept für eine öffentliche Nutzung der Fläche zu erstellen, inklusive Darstellung der notwendigen Herstellungs- und Unterhaltskosten.“

Anna Hanusch, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, erklärt auf Hallo-Nachfrage: „Golf ist zwar kein Volkssport. Der Golfplatz wird bei passender Witterung jedoch von vielen Menschen genutzt, darunter auch Jugendliche, für die der Verein attraktive Angebote geschaffen hat. Auch um den Schutz der Natur und der Landschaft kümmert sich der Verein.“ Die Verlängerung des Pachtvertrags sei aber an Bedingungen geknüpft: „Keine weiteren Bauten außer die für den Sport unbedingt nötigen, regelmäßige Kontrolle des Biotopzustandes und eine temporäre Öffnung der Flächen für die Öffentlichkeit.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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