Künstler müssen ausziehen

Zwischennutzung an der Schäftlarnstraße beendet – wie jetzt die Zukunft der Fraunbergateliers aussieht

München, Thalkirchen: Am 30. Juni mussten die Künstler das Gebäude an der Schäftlarnstraße und die dazugehörigen Freiflächen räumen.
+
München, Thalkirchen: Am 30. Juni mussten die Künstler das Gebäude an der Schäftlarnstraße und die dazugehörigen Freiflächen räumen.

München-Thalkirchen: Die Zwischennutzung der Schäftlarnstraße 178 ist beendet. Wie die Künstler der Fraunbergateliers nun weiter für eine Verlängerung ihres Vertrages kämpfen

  • Die Fraunbergateliers sind seit Anfang Oktober 2019 an der Fraunbergstraße 4 und der Schäftlarnstraße 178 in Thalkirchen beheimatet.
  • Bei dem Projekt handelt es sich um eine Zwischennutzung. Die GWG möchte auf dem Gelände bauen.
  • Ob der Bau pünktlich beginnen kann, bezweifelt Atelier-Leiter Tobias Sehr. Er drängt weiter auf die Verlängerung des Vertrages für das Gebäude an der Fraunbergstraße.

München-Thalkirchen: Jetzt ist Schluss an der Schäftlarnstraße 178. Trotz langem Kampfes, Besuchen beim BA, Gesprächen mit Politikern und Verhandlungen mit den Referaten: Nach neun Monaten der Zwischennutzung müssen die Fraunbergateliers wie vorgesehen aus einem ihrer Gebäude ausziehen. Auch den Hof müssen sie räumen.

Auf dem Areal der Fraunbergateliers in Thalkirchen plant die GWG Wohnungen und eine Kita

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GWG plant auf dem gesamten Areal Wohnungen und eine Kita.

Die Zwischennutzung des Haupthauses an der Fraunbergstraße 4 läuft noch bis Ende des Jahres  – doch die Künstler geben nicht auf. Sie drängen weiter auf Verlängerung ihres Vertrages.

Laut GWG: Keine Verzögerungen beim Terminplan für das Areal in Thalkirchen

 „In der Bauvoranfrage steht, dass das Gebäude an der Fraunbergstraße erst 2022 abgerissen werden soll“, sagt Atelier-Chef Tobias Sehr. Er bezweifelt, dass der Bau in Corona-Zeiten  überhaupt pünktlich beginnen wird.

München: Im Oktober 2019 konnte Tobias Sehr mit seinen Fraunbergateliers in die beiden Gebäude nahe der U-Bahn-Station Thalkirchen einziehen.

Auf Nachfrage bei der GWG dementierte das Sprecherin Nadine Kölmel. Es gebe keine Verzögerungen des Terminplans durch die Corona-Pandemie, so zumindest der Stand Ende Mai. Eine aktuelle Stellungnahme ging der Redaktion nicht pünktlich zu.

Tobias Sehr: „Eine zweite Sendlinger Wüste macht doch keinen Sinn.“

Sehr fordert, das Gebäude an der Fraunbergstraße zumindest so lange stehen zu lassen, bis die Wohnbebauung an der Schäftlarnstraße fertiggestellt ist. Nach Plan der GWG ist das voraussichtlich für Ende 2021  angesetzt. „Eine zweite Sendlinger Wüste macht doch keinen Sinn“, sagt der Künstler.

Fraunbergateliers in Thalkirchen waren auch als Begegnungsort fürs Viertel gedacht

Ausstellungen, Arbeitsplätze für Kunststudenten, Bandprobenräume, Begegnungsort  fürs Viertel: All das war für die Fraunbergateliers geplant.

Stattdessen kam Corona und viele Diskussionen. „Ich muss eigentlich noch ein Jahr länger drin bleiben, damit ich mit Null rausgehen kann“, sagt Sehr. Es sei frustrierend. Er wolle sich eigentlich nur mit dem beschäftigen, wofür er das Atelier gegründet hatte: Kunst in Thalkirchen.

Sophia Oberhuber

Auch interessant:

Meistgelesen

Mann eskaliert in München: Frau geschlagen, Auto gestohlen, Passanten umgefahren
Mann eskaliert in München: Frau geschlagen, Auto gestohlen, Passanten umgefahren
Endlich! Die Alte Utting wird eröffnet
Endlich! Die Alte Utting wird eröffnet

Kommentare