Er will Zuhör-Kiosk eröffnen

Bundeswettbewerb: Münchner gehören unter 1000 Einsendungen zu Preisträgern

Michael Spitzenberger und seine Kollegen von „hey“ wollen einen Zuhör-Kiosk gegen Einsamkeit eröffnen.
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Michael Spitzenberger und seine Kollegen von „hey“ wollen einen Zuhör-Kiosk gegen Einsamkeit eröffnen.

Michael Spitzenberger hat mit seinem Team und seinem Konzept des Zuhör Kiosks beim Ideenwettebwerb gewonnen. Ausgebildete Zuhörer helfen gegen Einsamkeit.

Sie sind eine Runde weiter: Das Team von „hey“ um den Harlachinger Michael Spitzenberger hat als einziges Münchner Team beim Ideen-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilgenommen. Unter 1000 Einsendungen gehören sie zu den 30 Preisträgern, die nun ihr Konzept ausbauen können.

Mit ihrer Idee treffen sie offenbar einen Nerv: Das Team will einen Zuhör-Kiosk errichten. „Das ist etwas, das unsere Gesellschaft braucht, was die Menschen brauchen: einen Raum, in dem ihnen jemand zuhört, in dem sie verstanden werden“, sagt Spitzenberger, der in München bekannt ist durch Aktionen wie das „Spendierbrett“, auch „Brot am Haken“ genannt. Dabei kann jeder seinen Mitmenschen Freude schenken – in Form von Milchkaffee, einem Croissant oder Brezen.

Zuhör-Kiosk in Planung: Ausgebildete Zuhörer gegen Einsamkeit

Das neue Konzept soll gezielt Einsamkeit bekämpfen. „Jeder ist manchmal einsam“, sagt Spitzenberger, dessen Büro inzwischen nicht mehr in der Birkenau, sondern in Sendling ist. Unter dem Namen „Momo hört zu“ will das Team einen Wagen oder ein bewegliches Häuschen in München aufstellen – für insgesamt zwei Jahre, der Standort soll mehrmals gewechselt werden. Jeder, der will, kann sich dort Zeit schenken lassen.

Ausgebildete Zuhörer verleihen ihr Gehör, kosten soll das nichts. „Wir arbeiten an einem Konzept, wie wir die Zuhörer ausbilden können“, sagt Spitzenberger. „Es soll empathisches, offenes Zuhören sein.“ Die Mitarbeiter unterliegen der Verschwiegenheit, das heißt, sie erzählen nichts aus den Gesprächen weiter. Eines sollen die Stunden aber nicht sein: „Das sind keine psychologischen Gespräche, wir machen keine Therapie.“

Unterstützung durch Wettbewerb: Lösungen sollen gesellschaftliche Probleme lösen

Um die Idee auch umsetzen und finanzieren zu können, hoffen Spitzenberger, Susanne und Mark Eckes, die zum Kernteam gehören, sowie weitere fünf Mitarbeiter, die Förderung aus dem Wettbewerb „Gesellschaft der Ideen“ zu erhalten. Die erste Hürde ist geschafft: Mit 30 Mitbewerbern sind sie in der nächsten Runde.

Sie haben ein Preisgeld von 12 500 Euro erhalten. Jetzt hat das Team einige Monate Zeit, um ein detailliertes Konzept zu erstellen. Im nächsten Jahr wählt eine Jury die Gewinner. Ziel des Wettbewerbs ist es, konkrete Lösungen für gesellschaftliche Probleme der heutigen Zeit zu finden.

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