Drogenproblem am Südfriedhof

BA begrüßt Sicherheitsdienst, Suchtexperten fordern andere Lösungen

Im Alten Südfriedhof finden Besucher laut Stadt immer wieder herumliegende benutzte Spritzen und Drogenbesteck. Spezielle Mülleimer sollen helfen.
+
Im Alten Südfriedhof finden Besucher laut Stadt immer wieder herumliegende benutzte Spritzen und Drogenbesteck. Spezielle Mülleimer sollen helfen.
  • Sophia Oberhuber
    vonSophia Oberhuber
    schließen

Am Südfriedhof herrscht ein Drogenproblem. Ein Sicherheitsdienst ist seit einem Jahr im Einsatz - der BA ist zufrieden. Doch Suchtexperten fordern andere Maßnahmen.

  • Drogenproblem am Südfriedhof treibt BA um
  • Sicherheitsdienst seit einem Jahr im Einsatz
  • Suchthilfe fordert weitere Maßnahmen

Benutzte Spritzen und Drogenbesteck in der Nähe von Bänken und Grünflächen im Alten Südfriedhof: Die Stadt erreichen immer häufiger Beschwerden von Besuchern über die Hinterlassenschaften von Drogenkonsumenten auf dem Areal des ältesten Zentralfriedhofs Münchens. Nach einer einjährigen Pilotphase, in der eine Sicherheitsfirma das Gelände regelmäßig begangen hatte, begrüßt der hiesige Bezirksausschuss nun eine Fortführung des Versuches.

Drogen am Südfriedhof: Spezielle Abfalleimer sollen helfen

Nach einer Einschätzung der Städtischen Friedhöfe, die dem BA vorgelegt wurde, habe die „regelmäßige Präsenz und Kontrolle im Hinblick auf schwerwiegende Verstöße abschreckend“ gewirkt. Die Lokalpolitiker sprechen sich für die weitere Bestreifung der Anlage aus. Sie weisen aber auch darauf hin, dass diese nur mit geschultem Personal durchgeführt werden sollte.Vor allem sollten die Kontrollgänge nur stattfinden, wenn sich erwartungsgemäß viele Menschen auf dem Friedhof, der für viele Isarvorstädter als Erholungsfläche dient, aufhalten.

Um das Problem herumliegender Spritzen zu lösen, möchte die Stadt einen „Drogenabfalleimer“ aufstellen. Der Mülleimer hat nur eine kleine Öffnung, in der benutzte Spritzen oder Kanülen entsorgt werden können.

Suchthilfe „Condrobs“: Einsatz von Streetworkern gefordert

Eine solche Entsorgungsmöglichkeit würde auch Olaf Ostermann, stellvertretender Bereichs-Geschäftsführer der Suchthilfe „Condrobs“ begrüßen. Sicherheitsfirmen zur Kontrolle im Alten Südfriedhof sieht Ostermann kritisch: „Sicher kann es dazu beitragen, die konkrete Situation am Südfriedhof erstmal zu verbessern, allerdings werden die Drogengebraucher damit nur wieder vertrieben.“ Die Probleme würden sich lediglich verlagern. Ostermann schlägt vor, auf Streetworker zu setzen. „Condrobs“ sei am Südfriedhof nicht vor Ort, zu wenig Streetworker-Stellen seien für den Verein vorgesehen.

Im Zuge der neuen Drogenabfalleimer schlägt die Verwaltung aber auch vor, die Streetworker der städtischen Suchtberatung miteinzubeziehen. So könnten die Drogenkonsumenten angesprochen und auf die neuen Mülleimer hingewiesen werden.

----

Auf dem Friedhof wurden Ende März 2021 auch die Grabmäler des Schriftsteller Matinus Schleich und des Hoffotografen Franz Werner sowie das Weihwasserbecken zur Sendlinger Mordweihnacht beschädigt. Dabei seien die Büsten der Denkmäler sowie zwei Kreuze gestohlen worden. Wegen der „hohen kunst- und kulturgeschichtlichen Bedeutung“ übernahm das LKA die Ermittlungen.

Auch interessant:

Meistgelesen

Balkon in Mehrfamilienhaus geht in Flammen auf ‒ Feuerwehr München reißt Haus-Fassade ab
Balkon in Mehrfamilienhaus geht in Flammen auf ‒ Feuerwehr München reißt Haus-Fassade ab
Solln: Laut Anwohnern bis zu 7000 Autos pro Tag – BA will Studie abwarten
Solln: Laut Anwohnern bis zu 7000 Autos pro Tag – BA will Studie abwarten

Kommentare