Viertel im Umbruch

Stadt München und Investor UGM verhandeln um den neuen Großmarkt – Bürger gründen Initiative BI

Auf dem neuen Großmarkt in München sollen Büros und Freiflächen entstehen.
+
Auf dem neuen Großmarkt sollen Büros und Freiflächen entstehen.

Die neue Großmarkthalle wird das ganze Viertel verändern. Stadt München und Investor UGM sind noch in Vertragsabsprachen – die Bürger aus Sendling gründen Initiative BI.

Die Großmarkthalle ist nicht einfach nur ein neuer Handelsumschlagplatz, ein Gebäude, das auf dem Großmarktgelände errichtet werden soll – sondern es ist ein Vorhaben, das das komplette Viertel verändern wird. So sieht es die Bürgerinitiative (BI) „Großmarktareal mitgestalten“. Die Anwohner wollen den Entwicklungsprozess für das gesamte Areal aktiv begleiten.

Denn neben dem neuen Großmarkt könnte die Stadt frei werdende Flächen für Wohnbebauung nutzen (Hallo berichtete). Während Anwohner und Bezirksausschuss mit dem bisherigen Vorgehen nicht wirklich zufrieden sind, scheinen sich die Vertragsverhandlungen zwischen Stadt und dem „Umschlagzentrum Großmarkt München“ (UGM), dem Investor für das Großmarktgebäude, zu ziehen. Wann die Öffentlichkeit an dem Vorhaben beteiligt werden soll, ist noch nicht klar.

Neuer Großmarkt in Sendling: Bewohner gründen Initiative BI, Stadt München und Investor UGM verhandeln

„Für mich geht es um das Wohl der Menschen. Wir planen und bauen hier Dinge, die sich gegen unser Wohlergehen richten“, erläutert Katharina Florentine Schiemenz von der BI. Etwa 60 Personen seien Teil der Initiative. Bei einer ersten Info-Veranstaltung riefen insgesamt 280 Interessierte den dazugehörigen Livestream auf der Online-Plattform YouTube auf.

Bei einer auf YouTube übertragenen Infoveranstaltung der Sendlinger Bürgerinitiative stellte Fredrik Werner vom Architekturbüro Henn die Pläne erneut vor

Das Interesse an Sendlings neuem 68-Meter-hohen Gipfel, wie Fredrik Werner vom zuständigen Architekturbüro den Hochpunkt des Großmarktgebäudes nannte, ist groß.

Mit dem Investor UGM wird die Stadt München einen Erbbaurechtsvertrag schließen

Beim Kommunalreferat heißt es, dass die „kooperativen Gespräche“ weiter laufen. Das nächste Treffen sei für Anfang Oktober angesetzt. Von diesem Vertrag hängt das Fortschreiten der Planungen ab.

„Sobald verbindliche Vereinbarungen getroffen sind, kann mit den nächsten Planungsschritten einschließlich der Öffentlichkeitsbeteiligung begonnen werden“, sagt Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferates. Die UGM wollte sich zum weiteren Vorgehen vorerst nicht äußern. In den kommenden Wochen würden viele Absprachen getroffen. Erst dann gebe es finale Informationen.

In dem Grund- und Eckdatenbeschluss für die Neuentwicklung des Großmarktgeländes, den der Stadtrat im April gefasst hatte, ist laut Sprecher Trömer vorgesehen, im zweiten Halbjahr 2020 ein Bebauungsplanverfahren zu starten. Dem Sendlinger BA fehlen die Ideen für einen Masterplan, der sich dem gesamten Areal und den angrenzenden Gebieten annimmt, so BA-Chef Markus Lutz (SPD).

Seit zehn Jahren beantrage das Viertelgremium einen Workshop, der die Bürger frühzeitig in die Planung miteinbeziehen soll. Die finanziellen Mittel hat die Stadt bisher nicht freigegeben. „Wir sind froh, dass durch die Bürgerinitiative jetzt positiver Druck entsteht.“

Die Mitglieder der BI wollen sich nun erst einmal abstimmen. Arbeitskreise zu den verschiedenen Themen, wie Verkehr oder Architektur, bilden, teilt Schiemenz mit. Rechtliche Schritte der Anwohner stünden nicht zur Debatte.

S. Oberhuber

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Eine Petition für den neuen Derzbachhof
Eine Petition für den neuen Derzbachhof
Weiß Ferdl, der (un)vergessene Volkssänger
Weiß Ferdl, der (un)vergessene Volkssänger
"Schwule Idylle zerbröckelt"
"Schwule Idylle zerbröckelt"
Kleine Oase stirbt im Glockenbachviertel
Kleine Oase stirbt im Glockenbachviertel

Kommentare