Anwohner stellen sich Investor-Hai

Baupläne sehen Baumfällungen vor – Sollner kämpfen für ihr grünes Idyll und sammeln Unterschriften

Mit einer Unterschriftenliste wollen die Nachbarn der Rugendasstraße die Fällung von 13 alten Bäumen und den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage verhindern.
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Mit einer Unterschriftenliste wollen die Nachbarn der Rugendasstraße die Fällung von 13 alten Bäumen und den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage verhindern.
  • Theresa Reich
    VonTheresa Reich
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In Solln wollen Anwohner ein Bauvorhaben verhindern. Mehrere alte Bäume sollen dafür gefällt werden. Mit einer Unterschriftenaktion wollen sie sich für den Erhalt des Baumbestands einsetzen.

Solln - „Über 50 Unterschriften haben wir in der Nachbarschaft gesammelt, um den Baumbestand zu erhalten“, bekräftigt Rosemarie Riszterer in der jüngsten Sitzung des BA 19.

Sie und die Anwohner der Rugendasstraße wollen mit Hilfe der Viertelpolitiker verhindern, dass die Rugendas GmbH & Co. KG den Bau zweier Mehrfamilienhäuser mit 16 Wohneinheiten und einer Tiefgarage realisiert.

Das dafür vorgesehene Grundstück samt Haus und altem Baumbestand sei erst vor etwa einem Monat für 8,05 Millionen Euro von der Firma ersteigert worden, so die Anwohner, von denen manche selbst mitgesteigert hätten.

Aus den Plänen sei nicht ersichtlich wie viele der 13 alten Bäume der Versiegelung – knapp vier Fünftel der Fläche – zum Opfer fielen. Obwohl Riszterer und ihre Nachbarn mit dem Schlimmsten rechnen, haben sie für den Großteil des Baumbestandes Hoffnung.

Auch BA lehnt dreigeschossige Mehrfamilienhäuser ab

Elf Bäume, die – wie die Douglasie mit Seltenheitswert – teilweise über 100 Jahre alt sind, befinden sich an der Grundstücksgrenze und könnten gerettet werden“, so Riszterer. Gleicher Meinung ist Angela Burkhardt-Keller vom Naturschutzbund. „Bäume leisten einen enormen Beitrag zum gesunden Wohnklima und dürfen nicht vernichtet werden“.

Ebenso kritisch sieht sie die geplante Tiefgarage: „Je mehr Versiegelung, desto schlechter kann bei Starkregenfällen das Wasser abfließen und versickern“. Jürgen Driller, direkter Anwohner, wirft der Baugesellschaft vor, dass sie den Mindestabstand nicht einhalte. „Beim Ausheben des Fundaments könnte meine Garage absinken“, befürchtet er.

Auch der BA lehnt die dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser wegen der „Massivität, die in der näheren Umgebung keinerlei Entsprechung findet“ ab. Dennoch sieht das Gremium wenig Handlungsspielraum. Dafür fordert es für jeden gefällten Baum Ersatzpflanzungen auf dem Grundstück“.

Auf Hallo-Nachfrage, wie viele Bäume letztlich gefällt werden und wie der Mindestabstand zur Schieggstraße eingehalten werde, lag bis Redaktionsschluss keine Rückmeldung der Rugendas GmbH vor.

Die Lokalbaukommission (LBK) prüft aktuell noch die Pläne, daher sei „eine abschließende Entscheidung noch nicht getroffen“, so Sprecher Ingo Trömer. Die Unterschriftenliste wollen die Nachbarn jetzt bei der LBK einreichen.

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