Keine alternative Nutzung möglich

Servus Sendlings Wahrzeichen: Kamin des HKW Süd wird jetzt abgerissen

München, Sendling: Auf 176 Meter Höhe beginnt der Abbruch des Kamins des Heizkraftwerkes Süd – auf 28 Metern endet er. Zurück bleibt viel Schutt, der zerkleinert per Lkw abtransportiert wird.
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München, Sendling: Auf 176 Meter Höhe beginnt der Abbruch des Kamins des Heizkraftwerkes Süd – auf 28 Metern endet er. Zurück bleibt viel Schutt, der zerkleinert per Lkw abtransportiert wird.

München, Sendling: Für eine alternative Nutzung des Kamins am HKW Süd gab es viele Ideen. Umsetzbar war keine. Wie das Bauwerk mitten in Sendling jetzt abgebrochen wird

  • Höchster Kamin des Heizkraftwerks Süd in marodem Zustand
  • "Alte Utting" Initiator Daniel Hahn wollte das Bauwerk erhalten und zu einer Sehenswürdigkeit machen. Die Idee war nicht umsetzbar
  • So wird der Turm jetzt abgerissen

München, Sendling: Der Kamin am Heizkraftwerk Süd ist nach dem Olympiaturm das zweithöchste Gebäude Münchens. Eine Rettungsaktion, die "Alte Utting"-Initiator Daniel Hahn vorschlug, konnte nicht umgesetzt werden. Hahn wollte den Turm als Museum und Aussichtsplattform nutzen. Der Sendlinger Bezirksausschuss hatte die Initiative begrüßt.

Kamin am HKW Süd in Sendling wird von oben nach unten mit einem ferngesteuerten Gerät abgerissen

Jetzt heißt es: "Servus Sendlings Wahrzeichen": Ein acht Tonnen schweres ferngesteuertes Abbruchgerät, das oben auf dem Kamin angebracht ist, bricht das Bauwerk aus dem Jahr 1970 nun Stück für Stück ab.

München, Sendling: Das Abbruchgerät ist auf seiner Endposition angekommen. Es bricht nun ferngesteuert die Kaminhülle von oben nach unten ab.

Helge-Uve Braun, Technischer SWM (Stadtwerke München) Geschäftsführer, betont: „Der Kamin stammt noch aus der alten Kraftwerkswelt. Sein Verschwinden macht den Wandel des SWM Energiestandorts Süd jetzt auch nach außen deutlich. Unsere Fachleute arbeiten hier an der Umstellung von der alten auf die erneuerbare Energiewelt.“

Abriss Kamin in Sendling geht im Inneren des Turms schon seit vielen Monaten

Der Abbruch der Stahlbetonhülle ist der letzte von mehreren Schritten des Kamin-Rückbaus – die bisherigen Arbeiten waren jedoch von außen wenig sichtbar. In Zentimeterarbeit entfernten die beauftragten Baufirmen über viele Monate hinweg vier riesige Stahlröhren im Inneren

Ein Sprengen – die klassische Methode des Kaminabbruchs – war an dem eng bebauten Standort zwischen Brudermühl- und Schäftlarnstraße, Großmarkthalle und Isarkanal nicht möglich. Die Energieerzeugung im Kraftwerk läuft zudem trotz Um- und Rückbaus weiter.

Kamin am HKW Süd wurde für Müllverbrennung errichtet

50 Jahre lang ragte der Kamin in 176 Meter Höhe. Er steht auf dem Dach des 28 Meter hohen Maschinenhauses und stammt aus der Zeit, als im Heizkraftwerk Süd mittels Müllverbrennung Energie erzeugt wurde. Nachdem 1997 die Müllverbrennungsanlage, 2004 die Hochdruckanlage und 2018 auch das Spitzenheizwerk außer Betrieb genommen wurde, war der Kamin nicht mehr notwendig. Aufgrund seines Zustands und seiner Lage konnte er weder weiterbetrieben noch anderweitig genutzt werden.

SWM/soph

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