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Bleibt Schlachthof bis 2040 in der Stadt: Anwohner wollen Transparenz in Sachen Pachtverträge

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Der Schlachthof bleibt laut Stadt im Viertel, weil die Pachtverträge der Betreiber bis 2040 laufen. Anwohner rufen nun zur offenen Diskussion über die Zukunft des Geländes auf.
Der Schlachthof bleibt laut Stadt im Viertel, weil die Pachtverträge der Betreiber bis 2040 laufen. Anwohner rufen nun zur offenen Diskussion über die Zukunft des Geländes auf. © Louisa Lettow

Der Schlachthof bleibt wohl bis 2040 bestehen, doch die Beschwerden wegen des Gestankes werden immer mehr. Nun regen Bürger eine offene Diskussion dazu an.

Isarvorstadt Viele Anwohner rund um den Schlachthof klagen seit Jahren über Gestank. Obgleich der Schlachthof seit einiger Zeit regelmäßig von der Behörde kontrolliert wird, ist das Problem nicht vom Tisch. Entsprechend groß ist der Ärger darüber, dass der Stadtrat im jüngsten Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung beschlossen hat, dass der Münchner Schlachthof noch bis 2040 in der Isarvorstadt bleiben darf, weil die Pachtverträge der Betreiber noch bis dahin laufen.

Thomas Sporer, Gründer der Initiative „Unser Schlachthof“, will das so nicht hinnehmen. Er fordert das Kommunalreferat auf, „die in der Beschlussvorlage genannte Laufzeit der Erbpachtverträge im Detail zu veröffentlichen.“ Die Stadt dürfe aber keine Angaben zu Verträgen weitergegeben, betont Maren Kowitz, Sprecherin des Kommunalreferates, auf Hallo-Nachfrage.

„Meiner Kenntnis nach läuft der Vertrag mit der Rinderschlachtung Attenberger nur bis 2035“, sagte Sporer. Zudem stehe die Schweineschlachtung einer Diskussion über eine frühere Umsiedlung offen gegenüber. Der Betrieb der beiden Schlachtanlagen könne also bereits 2035 „oder sogar früher“ beendet werden, falls die Stadt den Betrieben alternative Standorte sowie ein zukunftsfähiges, effektives Entwicklungskonzept anbiete.

Diskussion um Zukunft des Schlachthofes: Pachtverträge laufen 2040 ab

Auch hier hat Hallo nachgefragt: „Bei allen Parteien laufen die Verträge unseres Wissens nach bis 2040“, teilte Max Attenberger von Attenberger Fleisch mit. Aber: Bei einem zukunftsfähigen Entwicklungskonzept sei Attenberger Fleisch gewillt, den Betrieb auszulagern. „Alternative Standorte sind mittlerweile vorhanden“, sagte Attenberger.

Die Lastwagen-Waschanlage ist ein weiteres umstrittenes Thema. Auf dem Gelände des ehemaligen Viehhofs sollen hunderte neue Wohnungen entstehen. Doch dafür müsste die Wasch­anlage umgesiedelt werden. Möglicher neuer Standort wäre der Schlachthof. „Mit dem Bau einer neuen Wagenwaschanlage durch das Kommunalreferat wären alle Verhandlungen über eine schnellere Umsiedlung des Schlachthofs hinfällig“, fürchtet Sporer. Und prophezeit: „Mindestens 20 Millionen Euro wird der Neubau kosten“.

Wenn die Erbpachtverträge für die beiden Schlachtbetriebe im Jahr 2040 enden, sei es noch unwahrscheinlicher, dass sich diese Investition amortisiere. „Der teure Neubau kann sogar dazu führen, dass der Schlachtbetrieb noch über 2040 hinaus verlängert wird“, unterstrich der Gründer der Initiative. Das Kommunalreferat teilte mit, dass es tatsächlich vom Stadtrat beauftragt ist, die Verlagerung der Waschanlage auf einen konkreten Standort im Schlachthofareal zu prüfen. Der Stadtrat wird aber erst 2023 mit einer weiteren Entscheidung dazu befasst.

Diskussion um Zukunft des Schlachthofes: Zahl der Beschwerden über Gestank steigen an

Zwar habe die Häufigkeit und Intensität des Gestanks nachgelassen, nachdem die Abluftreinigungsanlage mittlerweile aufgerüstet wurde. Doch an manchen Tagen stinke es „noch immer unerträglich“, beklagte sich Anwohnerin Bianca Klein über ihre Wohnumstände. Zuletzt am 6. September schrieb sie wieder eine Beschwerde ans Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU).

Klein: „Ich wurde informiert, dass Vor-Ort-Kontrolle immer wöchentlich erfolgt. Es bringt jedoch nicht besonders viel, wenn es am Dienstag gestunken hat und Prüfer erst am Mittwoch kommt.“ Das Referat wies die Vorwürfe jedoch zurück: „Die Beschwerden bezüglich der Geruchssituation waren vor dem Sommer auf einem sehr niedrigen Niveau, und sind erst zum Sommer leicht angestiegen.“

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