Pilzesaison startet

Pilz-Ass über Gift, Gier und Genuss – Hallo trifft Experten zum Saisonstart

Ein echter Genuss ist der Steinpilz.
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Ein echter Genuss ist der Steinpilz.

Hallo trifft zum Saisonstart einen Experten in der Pilzberatung – seine Tipps und seine Warnungen zu Gift und Genuss von Pilzen...

  • Bald startet die Pilz-Saison in diesem Jahr.
  • Zum Start trifft Hallo München Pilz-Experten.
  • Helmut Grünert gibt Tipps und Warnungen...

Sendling – Der Geruch beißt in der Nase. Der Pilz ist winzig, keine zwei Zentimeter groß, unscheinbar und giftverdächtig. Helmut Grünert legt ihn unters Mikroskop, violetter Mehlschirmling heißt er. 

Es ist ein Fundstück von Grünert, der den Verein für Pilzkunde und die Pilzberatung in der Implerstraße leitet. Diese hat gerade Hochsaison: Nie trudeln bei Grünert so viele Anfragen ein wie Anfang September. 

Mehrere Sammler stehen an diesem Nachmittag mit ihren Körben an und wollen ihre Fundstücke begutachten lassen. Denn eins ist klar: „Eine Pilzvergiftung ist kein Spaß“, sagt Grünert. 

Immer dann, wenn im Krankenhaus jemand mit Verdacht auf Pilzvergiftung eingeliefert wird, klingelt bei ihm das Telefon. Seine Expertise ist gefragt. 

Helmut Grünert bestimmt die Fundstücke in der Pilzberatung.

Er versucht zu klären, welchen Giftpilz der Patient gegessen haben könnte – damit die Ärzte möglichst mit einer passenden Behandlung beginnen können. Als zertifizierter Pilzberater ist Grünert eine Art Pilz-Professor. 

Bücher, stapelweise Bücher, stehen hier in der Pilzberatung im Regal. Sein Wissen reicht weit mehr über das hinaus, was viele Sammler eigentlich interessiert: nämlich, welche Pilze man essen kann und welche besonders lecker schmecken.

Ein Umstand, über den sich Grünert ärgert. „Viele gehen in den Wald und nehmen alles mit, was ihnen nutzt“, kritisiert er. „Es ist nicht gut, wie habgierig manche Menschen sind, man darf die Natur nicht so ausbeuten.“ 

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Der unscheinbare Mehlschirmling ist giftig.

Denn Schwammerl sind weit mehr als Schmankerl. „Pilze sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems“, erklärt Grünert. Jeder Pilz erfüllt demnach eine dieser beiden Aufgaben: Entweder zersetzt er organisches, totes Material aus dem Wald. 

Oder er versorgt unterirdisch Bäume über ihre Wurzeln mit Wasser und Nährstoffen. „Deswegen ist es so wichtig, dass der Lebensraum der Pilze erhalten bleibt“, sagt Grünert. Und umgekehrt können manche Pflanzen ohne die Pilze gar nicht wachsen. 

Die Orchidee etwa könnte ohne die Pilze nicht blühen. Dabei war Grünert früher selbst vom Jagdfieber gepackt: „Schon als Kind haben meine Eltern mit mir Speisepilze gesammelt.“ Doch heute ist das freilich anders. 

„Da kann ich an Steinpilzen auch vorbeigehen und sie stehenlassen.“ Wo man diese findet und wo die besten Fundstellen in und um München sind, das verrät der Pilzberater übrigens nicht – klassisches Sammlergeheimnis. „Solche Stellen muss man sich über Jahre hinweg erarbeiten. Oder das Wissen wird vererbt.“ 

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hki

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