Scheitert die EM an der Bürokratie?

Bikepolo-Turnier auf der Theresienwiese hofft auf Zusage des Stadtrats

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Bikepolo ist Teamsport. Etwa 70 Mannschaften würden zur EM in München erwartet.

Da die Theresienwiese ein viel gefragter Austragungsort für Veranstaltungen darstellt,  ist die Warteliste lang. Im Falle des Bikepolo-Turniers, herrschte wohl unzureichende Kommunikation.

Thalkirchen: Mit Pferden und Adeligen hat Bikepolo (siehe unten) wenig zu tun. Tauscht man Vierbeiner gegen Zweiräder wird aus einer verstaubten Disziplin schnell ein Trendsport. Eine Europameisterschaft (EM) gastierte in Deutschland noch nie. Das soll sich jetzt ändern. Der Münchner Bikepolo-Verein will die EM im Juni auf die Theresienwiese holen. 

Der zuständige Bezirksausschuss hat bereits zugestimmt. Doch die finale Zusage durch den Stadtrat steht aus. Und dem Verein läuft die Zeit davon. „Wir können die Situation nicht nachvollziehen“, klagt Philipp Haarmann (39). Der Isarvorstädter ist Vorstand des Bikepolo-Vereins, der an der Floßlände trainiert – einer von 300 Vereinen europaweit. Die finale Zu- oder Absage für die EM muss Haarmann bis Ende Februar einreichen, wie ein Sprecher der „European Hardcourt Bikepolo Association“ (EHBA) mitteilt. 

Vorstand des Bikepolo-Vereins, Philipp Haarmann

Der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats wird aber wohl erst am 31. März entscheiden, ob das Turnier stattfinden darf. Die Freifläche ist durch Oktoberfest, Frühlingswiesn und Winter-Tollwood stark belegt. Weitere Veranstaltungen werden deshalb nur sehr restriktiv genehmigt. Lediglich an fünf Tagen im Jahr darf die Fläche zusätzlich bespielt werden, um die Belastung für Anwohner so gering wie möglich zu halten, so Andreas Klose (Rosa Liste), Chef des BA. 

Chef des BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadz, Andreas Klose (Rosa Liste)

Neben der Bikepolo-EM stimmte das Gremium in seiner Januarsitzung für ein Fastenbrechen und ein Picknick. Nun ist das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) an der Reihe: „Es bedarf einer Entscheidung, welche dieser Veranstaltungen zum Zug kommen kann. Diese versucht das RAW, schnellstmöglich herbeizuführen“, so Sprecherin Martina Hildebrandt. 

Klose ist hingegen „verwundert, warum das nicht bereits in der Februarsitzung oder Anfang März im Stadtrat behandelt wird.“ Auch für Haarmann unverständlich: „Wir dachten, dass die Sache durch ist. Jetzt kommt es uns so vor, als würde die Entscheidung hin- und hergeschoben.“ Einen Plan B hat er nicht, auch wenn München als Austragungsort „aktuell die Nase vorn hat“. 

Mögliche Spielstätten außerhalb der Innenstadt sind für den ehrenamtlichen Vereinsvorstand ausgeschlossen: „Es ist eine Nischensportart. Wir sind auf einen prominenten Austragungsort angewiesen.“ Die Pacht für Flächen im Olympia- park könne sich der Verein schlicht nicht leisten. „Wir könnten uns natürlich auch für die EM 2021 bewerben, aber es wäre ärgerlich, wenn die Mühe an der Bürokratie scheitert.“

Bikepolo: Darum geht es bei der Sportart

In Teams von zwei bis drei Radlfahrern wird versucht, den Ball mit Stöcken ins gegnerische Tor zu treiben. Es handelt sich um Kontaktsport, der dem Eishockey gleicht.

Sophia Oberhuber

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