Museum für die Tonne

Bereits genug Angebote: AWM lehnt Ausstellung zu Müll ab

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Der Vorschlag eines Museums zum Thema Müll wurde  nun vom AWM abgelehnt. Grund seien unzureichende Flächen und ein mangelndes Interesse der Bürger.

Update 06.03.2020

Sendling: Plastikfasten, Upcycling, Plogging: Wie wir mit all dem Müll, den wir produzieren, umgehen, ihn gar reduzieren, ist im alltäglichen Bewusstsein der Gesellschaft angekommen. Der Sendlinger BA stimmte im November mehrheitlich dafür, sich dem Thema im Viertel noch genauer anzunehmen (Hallo berichtete). 

Auf den freiwerdenden Flächen am HKW Süd oder auf dem Gelände der Großmarkthalle sollte ein Müllmuseum (Symbolfoto: dpa) entstehen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) lehnte das Ansinnen jetzt klar ab. Die Begründung: Die Flächen am HKW seien nicht geeignet, an der Großmarkthalle reiche der Platz nicht. 

Der AWM informiere bereits ausführlich zum Thema Müll. Ein Museum sei deshalb „nicht notwendig“, wie es in dem offiziellen Schreiben heißt. Weiter sei eine Müllausstellung, die der AWM 2016 für einen Monat im Gasteig eingerichtet hatte, bei den Münchnern nicht angekommen: „Die Besucherzahlen hielten sich in Grenzen.“

Bericht vom 31.10.2019

Sendling – 563 846 Tonnen Müll haben die Münchner Haushalte im Jahr 2017 produziert. Das ist in etwa so viel wie 1492 vollbeladene Boeing 747 wiegen – immerhin die größten Passagierflugzeuge der Welt. 

Um das Thema den Münchnern näher zu bringen, stellt die SPD-Fraktion im Bezirksausschuss nun den Antrag, ein Museum ganz im Zeichen des Abfalls in Sendling zu errichten. 

„Wir müssen bei den Bürgern ein Bewusstsein für die Thematik schaffen. Nur durch Bildung und Aufklärung kann man etwas erreichen“, kommentiert BA-Mitglied Philip Fickel (SPD, Foto), der den Antrag initiierte. 

BA-Mitglied Philip Fickel (SPD) will das Thema Müll den Münchnern näher bringen.

Dabei gehe es ihm allerdings nicht darum, Müll als solchen auszustellen, viel mehr wolle er die Münchner informieren: Wie wird Müll getrennt, wie lange dauert es, bis Plastik abgebaut wird, was passiert mit meinem Müll. 

Müllmuseum bald im Heizkraftwerk Süd?

So könne ein aktiver Beitrag für eine bessere Umwelt im ganzen Stadtgebiet geleistet werden, wie es im offiziellen Antrag heißt. Auch ein Standort schwebt Fickel bereits vor: „Das Heizkraftwerk Süd baut viel um und es werden viele Flächen frei.“ 

Damit würde nicht nur das erste Müllmuseum Münchens, sondern sogar die erste Ausstellung solcher Art in ganz Bayern ihren Platz im Herzen von Sendling finden. 

Auf Anfrage bei den Stadtwerken München konnte Sprecher Michael Solic keine Einschätzung zur Initiative abgeben. Er teilte mit, dass den SWM der Antrag noch nicht vorliege. Erst wenn dies der Fall sei, könne die Idee geprüft werden. 

Jetzt sind also zuerst einmal die Lokalpolitiker am Zug: Der BA wird in seiner kommenden Sitzung am Montag, 9. November, über den Antrag für ein Müllmuseum abstimmen.

Sophia Oberhuber

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