Schnurren vom Tonband

Pflegeheimbewohner freuen sich über Roboter-Haustiere

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Im Pflegeheim in Pullach kuscheln die Bewohner mit Roboter-Haustieren

Im Pflegeheim in Pullach kuscheln die Bewohner mit Roboter-Haustieren. Was hat es damit auf sich? Hallo war vor Ort...

Pullach – Eva Behrens sitzt in der Ecke des Aufenthaltsraums. Die meisten Rollstühle stehen in der Nähe einer Pflegerin, die aus der Tageszeitung vorliest. Daran hat Behrens kein Interesse, reagiert kaum, starrt vor sich hin. 

Bis sie ein blechernes Miauen hört – ihre Augen sind jetzt wach. Die Katze schnurrt, während die Seniorin immer wieder über das leicht verfilzte Fell streicht und mit dem Tier spricht. 

15 solcher flauschiger Bewohner hat das Kursana Pflegeheim in Pullach – allesamt batteriebetrieben. 

Die Menschen freuen sich sehr darüber

Vor zwei Jahren hat Heimleiter Vlado Bjelkanovic im Fernsehen eine Reportage über Roboter-Haustiere in einem schwedischen Pflegeheim gesehen: „Ich habe ein ganzes Wochenende gebraucht, um die genau gleiche Katze im Internet zu finden“, erzählt er.

 Bestellt habe Bjelkanovic das Produkt dann aus den USA. Kostenpunkt: 200 Euro. Die Idee kam so gut an, dass er jetzt einen ganzen „Tierpark“ im Haus hat. Einige Bewohner hätten sich eigene Roboter-Haustiere angeschafft. 

„Die Menschen freuen sich wirklich darüber. Sie beschäftigen sich mit den Tieren, sprechen mit ihnen, blühen auf. Auch wenn viele wissen, dass die Tiere nicht echt sind“, sagt der Heimdirektor. 

Pflegeroboter

Die Batterie-Viecherl befinden sich nicht im Aufenthaltsraum, sondern im Stationszimmer. Der Reiz an den Tieren soll so nicht verloren gehen. Eingesetzt werden sie vor allem punktuell – zur Beruhigung von Patienten, so Bjelkanovic. 

„Eine Bewohnerin braucht zum Beispiel keine Tablette, wenn sie aufgebracht ist. Ihr reicht eine Katze auf dem Schoß.“ Namen haben die Roboter keine. Jeder Bewohner habe da seine eigenen Bezeichnungen. 

Im Moment wird aber eher auf echte Tiere gesetzt

Im Haus St. Maria Ramersdorf, als einziges von Münchenstift, kommt ein – etwas exotischeres – Roboter-Tier zum Einsatz: eine Robbe. „Irgendwann kann man sich vielleicht vorstellen, dass im Heim Roboter-Tiere herumfahren“, sagt Hausleiter Patrick Stepper. 

„Im Moment setzen wir aber eher auf echte Tiere, die Mitarbeiter mitbringen. Mehr Roboter könnte es aber auf jeden Fall im ambulanten Bereich geben. Zum Beispiel bei Menschen, die alleine wohnen.“ 

15 solcher flauschiger Bewohner hat das Kursana Pflegeheim in Pullach – allesamt batteriebetrieben. 

Neben den batteriebetriebenen Vierbeinern würden laut Bjelkanovic auch im Kursana Pflegeheim einige Mitarbeiter ihre eigenen – lebendigen – Hunde mitbringen. 

Die hören dann allerdings nur auf einen Namen und deren Bewegungen beginnen auch nicht zu stocken, wenn die Batterie sich dem Ende zuneigt. 

Sophia Oberhuber

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