Klagt Initiative gegen die Stadt?

Stadtrat hat Startschuss für 660 neue Wohnungen in Fürstenried West gegeben

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In Fürstenried sind sowohl neue Gebäude als auch Aufstockungen geplant. Dafür wird in etwa ein Viertel des aktuellen Baumbestands weichen müssen.

Trotz der Proteste der Bürgerinitiative „Pro Fürstenried“, wurde das umstrittene Bauvorhaben nun genehmigt. Die Form der Entscheidungsfälluung führte zu starker Kritik unter den Gegnern.

Fürstenried – 660 Wohnungen, drei Kitas, ein Geschäft, ein Café, ein Nachbarschaftstreff: Fürstenried West soll wachsen. So hat der Stadtrat kürzlich entschieden und den Bebauungsplanent­wurf für das Bauvorhaben an der Appen­zeller und Bellinzonastraße gebilligt. 

Doch die Nachverdichtung war in ihrem geplanten Ausmaß seit jeher umstritten: Anwohner demonstrierten, schlossen sich 2016 zur Bürgerinitiative „Pro Fürstenried“ zusammen. Jetzt scheint ihr politischer Kampf gegen das Bauprojekt der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) verloren – einzig der rechtliche Weg bleibt. „Die Entscheidung des Stadtrats war für uns nicht überraschend. In der Form aber doch entsetzlich“, kommentiert Kurt Grünberger, Gründungsmitglied von „Pro Fürstenried“. 

Kurt Grünberger, Gründungsmitglied von „Pro Fürstenried“

„Vor allem die Art und Weise des Vortrags der Stadtbaurätin hat uns sehr geärgert.“ Die Bürgerbeteiligung sei demnach „vorbildlich“ gewesen. Trotz zweier Workshops zur Bebauung haben sich die Anwohner mit ihren Bedenken und Ängsten nicht gehört gefühlt: Statt anfangs 540 angedachten Wohnungen, wurden es erst 600, schließlich 660 Stück. „Das ist kein Kompromiss“, schimpft Grünberger. 

Auf Hallo-Anfrage erklärt Stadtbaurätin Elisabeth Merk, dass sie die vorgebrachte Kritik seitens der BI nicht uneingeschränkt nachvollziehen könne. „Der Bebauungsplanentwurf stellt einen guten Kompromiss dar, der einerseits der Schaffung von dringend benötigten, bezahlbaren Wohnungen dient und gleichzeitig eine Vielzahl der vorgebrachten Wünsche vor Ort beinhaltet“, so Merk. Politisch ist es für die Bürger­initiative laut Grünberger nun „fast gelaufen, jetzt geht es nur noch um das Rechtliche“. Aber es heißt weiter protestieren: „Die Menschen hier vertrauen auf uns. Sie vertrauen darauf, dass das Projekt so nicht durchkommt.“ Allzu viel Zeit bleibt aber nicht mehr. 2022 soll es mit dem Bau losgehen.

soph

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