Wie Tierpfleger, Tierärzte und Kuratoren ihre Daten erfassen

Tierische Inventur: So wird in Hellabrunn der Bestand geprüft

Messen und Zählen: Auch Schleiereule Normen kommt nicht um den Meterstab herum.
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Messen und Zählen: Auch Schleiereule Normen kommt nicht um den Meterstab herum.
Tierpfleger Florian Hundshammer mit Mähnenwolf Arken.
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Tierpfleger Florian Hundshammer mit Mähnenwolf Arken.
Tierpflegerin Vasiliki Manouri mit Steinadler Adonis.
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Tierpflegerin Vasiliki Manouri mit Steinadler Adonis.
Tierpfleger Alexander Schyma und Tierpflegerin Sabine Eitel mit Trampeltier Kataja
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Tierpfleger Alexander Schyma und Tierpflegerin Sabine Eitel mit Trampeltier Kataja
Tierpfleger Alexander Schyma und Christian Veit mit Trampeltier Sultan
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Tierpfleger Alexander Schyma und Christian Veit mit Trampeltier Sultan

Thalkirchen – Es wird gemessen, gewogen und gezählt: In Hellabrunn steht die jährliche Tierpark-Inventur an – Hallo zeigt die schönsten Bilder

Pulverschnee und klirrende Kälte: Trotzdem stapfen Tierpfleger, Tierärzte und Kuratoren, bewaffnet mit ihren Zollstöcken, Waagen und Klemmbrettern durch den Münchner Tierpark. Denn es wird gemessen, gewogen und gezählt...

Eine nette Vorstellung, die aber nur einen Bruchteil der Arbeit umfasst. In der Realität findet der größte Teil der Inventur drinnen, im Warmen, am Schreibtisch statt – denn dort werden die Daten, die nicht nur an bestimmten Stichtagen, sondern über das Jahr hinweg gesammelt werden, in einer Datenbank erfasst und ausgewertet. 

Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Am Jahresende kann so durch eine Gesamtauswertung der Daten ein lückenloser Jahresbericht erstellt werden

„Es fehlt also nicht plötzlich ein Elefant oder ein Pavian am Ende des Jahres“, erklärt Tierpark-Direktor Rasem Baban. „Vielmehr geht es bei der Jahresinventur darum, einen Gesamtüberblick über die Veränderungen im Tierbestand zu bekommen.“

Kein Wunder: Es wäre sonst wohl kaum möglich den Überblick über die mehr als 18.000 Tiere, die im Zoo beheimatet sind, zu behalten.

Das bedeutet aber nicht, dass nicht trotzdem auch in regelmäßigen Abständen gewogen, gemessen und gezählt werden muss. Denn nur durch die Erfassung und Auswertung dieser statistischen Daten, kann einwandfrei ermittelt werden, ob die Tierparkbewohner gesund sind. Besonders kurios: Die Trampeltiere spazieren zu diesem Zweck sogar von ihrer Anlage aus zur großen Waage im Wirtschaftshof. 

Etwas komplizierter verhält es sich mit dem Wiegen der temperamentvollen und flinken Mähnenwölfen, Steinadlern und Schleiereulen. Hier ist Tricksen angesagt – eventuell die ein oder andere kleine Leckerei. Denn es gilt: Je interessanter das Wiegen den Tieren erscheint, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auf die Waage platzieren und – viel wichtiger – lang genug stillhalten. 

Dass es keinen bestimmten Stichtag für die Inventur gibt, hat in der Tierwelt also auch einen weiteren großen Vorteil: Funktioniert das Wiegen nicht beim ersten Versuch, kann man das Prozedere jederzeit wiederholen – im besten Fall zu einem günstigeren Zeitpunkt.

Münchener Tierpark Hellabrunn/reb

Daten und Fakten aus dem Tierpark Hellabrunn (Stand: Dezember 2018):

  • Säugetiere: 901 in 89 Arten
  • Vögel: 582 in 75 Arten
  • Reptilien: 429 in 44 Arten
  • Amphibien: 149 in 11 Arten
  • Fische: ca. 8.700 in 301 Arten
  • Insekten: ca. 1.700 in 23 Arten
  • Spinnentiere: 70 in 7 Arten
  • sonstige wirbellose Tiere ca. 5.900 in 190 Arten
  • Gesamtbestand: 18.431 Tiere in 740 Tierarten

Sie sind Hellabrunns Rekordhalter:

  • Das größte Tier: Giraffe Bahati hat eine Scheitelhöhe von circa vier Metern
  • Das schwerste Tier: Elefantenbulle Gajendra bringt rund 5.000 Kilogramm auf die Waage
  • Das längste Tier: Das größte Anakonda-Weibchen ist 6,2 Meter lang
  • Das kleinste Tier: Die Raubturmdeckelschnecke ist nur etwa 0,3 bis 0,4 Zentimeter groß
  • Das älteste Tier: Eine Aldabra-Riesenschildkröte ist über 100 Jahre alt

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