Münchens Verkehrs-Vorreiter

Wo in München ein neues Verkehrsschild Premiere feiern könnte

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So könnte das neue Verkehrsschild aussehen: Ein Verbot des Überholens von Zweirädern.

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen zwischen Kraftfahrzeugen und Radlern. Ein neues Verkehrsschild soll dies nun regeln: Das Verbot des Überholens von Zweirädern...

Solln – In der Herterichstraße könnten Autofahrer schon bald hinter den Radlern herfahren müssen. Mitglieder des Bezirksausschusses wollen ein neues Verkehrsschild aufstellen: Ein Verbot des Überholens von Zweirädern. 

Allerdings muss das neue Schild erst noch vom Bundestag durchgewunken werden. Auslöser für die Debatte in der jüngsten BA-Sitzung war das Schreiben eines Bürgers, der die gefährliche Situation für Radler in der Herterichstraße anmahnte. 

„Es reicht wirklich“

Vor allem im Bereich der Bleibtreustraße sei er schon mehrfach in haarige Situationen geraten. Zweimal hätten Busse der Linie 134 versucht, ihn zu überholen. „Sie mussten aufgrund des Gegenverkehrs abbrechen und haben mich an den Bordstein gedrängt“, schreibt der Bürger. 

Zuletzt sei er von einem Geländewagen im Zentimeterabstand überholt und aufgrund des Gegenverkehrs auch an den Bordstein gedrängt worden. Außerdem habe er schon beobachtet, wie ein Bus eine Radlerin mit Kinderanhänger überholt hatte, obwohl 50 Meter weiter bereits die Haltestelle folgte. 

„Es reicht wirklich“, schreibt der Bürger weiter und fordert Maßnahmen zur Disziplinierung der Kraftfahrzeuge wie zum Beispiel eine durchgezogene Linie, eine Fahrradstraße oder eben das neue Überholverbot von Zweirädern. 

Eine der Stellen, an denen sich der BA das neue Schild für die Herterichstraße wünscht: der Kreuzungsbereich mit der Bleibtreustraße.

Eine durchgezogene Linie ist laut Reinhold Wirthl (CSU) in einer 30er-Zone nicht möglich. Und eine Fahrradstraße dürfen maximal 400 Kraftfahrzeuge pro Tag befahren. In der stark befahrenen Herterichstraße ist man da weit drüber. 

Die Idee des neuen Verkehrsschildes kam im BA aber gut an. Der Bundestag will noch im Februar über die Einführung entscheiden. „Das sollten wir abwarten“, schlug Wirthl vor. 

Bei einem positiven Entschluss könne man das Schild für zwei oder drei Stellen in der Herterichstraße beantragen. BA-Chef Ludwig Weidinger (CSU) würden „noch weitere Straßen im Viertel einfallen, wo wir es aufstellen könnten“. 

Im KVR hält man das neue Schild eher für unnötig. 

Wirthl möchte im Falle eines positiven Bundestags-Votums in der März-Sitzung des BA darüber diskutieren, welche Stellen in Frage kämen. Im Kreisverwaltungsreferat hält man das neue Schild allerdings für unnötig. 

„Die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung regeln eindeutig, dass immer nur mit ausreichendem Sicherheitsabstand überholt werden darf“, sagt KVR-Sprecherin Petra Weber. 

In Situationen, in denen dieser Abstand nicht eingehalten werden kann, sei das Überholen damit ohnehin verboten. Weidinger denkt hingegen, dass ein Schild bei den Autofahrern mehr Beachtung findet und auch eine Bestrafung von Verstößen leichter fällt. 

Andreas Daschner

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