Diese Brüder bewegen München

Vom Elektroauto zur Subkultur: Drei Macher, 1000 Ideen – zu Besuch bei den Hahns

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Die Brüder Hahn in ihrem Büro an der Lindwurmstraße (v.li.): Daniel, Laurin und Julian.

Sendling - Ob Subkultur-Spielstätten wie der Bahnwärter Thiel und MS Utting, das Café Gans am Wasser und der Giesinger Kulturkiosk oder Pionierprojekte im Bereich Elektromobilität – Daniel, Laurin und Julian Hahn scheint Kreativität und Erfindergeist in die Wiege gelegt worden zu sein 

Laurin Hahn ist 24, die Haare akkurat gegelt, er trägt Hemd und Sacko, hat in seinem eigenen Unternehmen „Sono Motors“ 60 Mitarbeiter unter sich, gibt Zeitschriften wie dem Manager Magazin und Fernsehsendern Interviews und hat gerade den Prototypen eines alltagstauglichen Elektroautos mit Solarzellen entwickelt.

Er ist der Jüngste im Bunde, der Größte und der Pünktlichste der drei Hahns, die mit Kultur- und Partyprojekten wie Bahnwärter Thiel und Wannda bekannt wurden. Mit Julian wohnt Laurin im selben Haus in Sendling-Westpark, dieser wiederum teilt sich ein Büro mit Daniel in der Lindwurmstraße, das früher Laurin nutzte. Ob das gut geht, mit seinen Geschwistern zusammen zu arbeiten?

„Das ist super, wir sind sehr ehrlich miteinander und es entstehen Synergien, die es sonst nicht gäbe“, sagt Laurin. Aber manchmal kracht es auch. „Wir haben uns als Kinder auf jeden Fall in die Haare gekriegt“, sagt Daniel, der seine Haare verstrubelt trägt, alte Bahnwaggons zur Partylocation macht und in wenigen Wochen die MS Utting eröffnen will. „Aber heute streiten wird uns nicht mehr viel“, sagt Daniel, der mit 28 Jahren der älteste der drei ist. Und mit dem alles begonnen hat.

„Ich habe schon als Jugendlicher viele kleine unternehmerische Projekte gestartet“, erzählt er. „Das Geld war knapp und ich habe mir mit allem Möglichen was dazu verdient.“

Als er 2009 sein erstes Kleingewerbe anmeldete, war seine Mutter alles andere als begeistert. „Sie war alleinerziehend und hat sich Sorgen gemacht“, erzählt Daniel. „Außerdem wollte sie, dass ich etwas Vernünftiges mache und studiere“, sagt er und grinst. Als Daniel dann anfing, seine Brüder einzuspannen, ärgerte sich die Mutter: „Sie war nicht einverstanden, dass ich sie da mit rein ziehe.“

Auch Julian, der Mittlere, hatte darauf nicht immer Lust. „Ich wollte auch lieber Baden gehen als Daniel zu helfen“, erinnert sich der 26-Jährige. Das hat sich längst relativiert: „Ich bin total froh, dass Daniel mir diese Möglichkeit gegeben hat, ich möchte das nicht missen“, sagt Julian, der derzeit an der Eröffnung eines Kulturkiosks in Untergiesing arbeitet – noch fehlen einige Genehmigungen – und unter anderem das Café Gans am Wasser im Westpark betreibt. Für Laurin steht sogar fest: „Daniel hat uns inspiriert.“ 

Skeptisch war nämlich auch der Vater. „Es war anfangs schon schwierig, hinter jedem Projekt steckte viel Arbeit und auch Misserfolge“, erzählt der Älteste. Aber Daniel hat sich durchgesetzt.

Heute sehen sie sich nur noch selten alle drei, aber: „Wenn bei einem etwas Wichtiges ist, kommen wir immer“, sagt Julian. Um eine Sache haben die Brüder übrigens noch nie gestritten: um Frauen. hki

Daniel Hahn

... ist der Älteste der drei Brüder und ist am 24. April 1990 geboren worden. Er betreibt unter anderem den Bahnwärter Thiel und Wannda und eröffnet bald die MS Utting. Er wohnt in Sendling, wo die drei aufgewachsen sind.

Julian Hahn

... ist am 2. August 1992 geboren und wohnt heute in Sendling-Westpark. Er betreibt das Café Gans am Wasser im Westpark und eröffnet bald einen Kulturkiosk in Giesing.

Laurin Hahn

... ist am 18. Mai 1994 geboren und ist der Jüngste. Er leitet mit seinem besten Freund und seiner Mitbewohnerin das Unternehmen „Sono Motors“, das ein mit Solarzellen verkleidetes und betriebenes Elektroauto entwickelt hat, das demnächst in Serienproduktion gehen soll.

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