Ein elektrisierender Treffpunkt

Künstlerprojekt mit erneuerbarer Energie am Betonwerk - Wie Jugendliche mitmachen können

Der „Sugar Mountain“ am Betonwerk wird momentan von Künstlern und Kollektiven gestaltet.
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Der „Sugar Mountain“ am Betonwerk wird momentan von Künstlern und Kollektiven gestaltet.
  • vonTheresa Reich
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Kostenloser Strom für alle – das erscheint wie eine Utopie. Doch der Künstler Emanuel Mooner will mit einer Solar-Hütte am ehemaligen Katzenberger Betonwerk Energie für alle zur Verfügung stellen.

Obersendling - Die Umbauarbeiten des ehemaligen Katzenberger Betonwerks zum Kunst- und Kulturort „Sugar Mountain“ sind fast abgeschlossen.

Hier sollen voraussichtlich ab Mittwoch, 16. Juni, für zwei bis drei Jahre Kulturveranstaltungen stattfinden. Das Besondere: Auf dem 7500 Quadratmeter großen Freigelände werden Freizeitaktivitäten wie Skate-Park, Boxgelände oder Kletterwand ohne Konsumzwang angeboten.

Dazu kommen soll ein interaktiver Ort. Diesen plant der freischaffende Künstler Emanuel Mooner. „Mitten auf dem Gelände wird meine knall-orange angestrichene Solar-Hütte stehen“, beschreibt der Freimanner sein Holzhäuschen, das er zu einem Treffpunkt umbauen will.

Emanuel Mooner ist freischaffende Künstler und plant für das Freizeitgelände eine Solar-Hütte.

Über Steckdosen, die in dem frei zugänglichen Container angebracht werden, können Passanten 24 Stunden am Tag Strom beziehen. Vorausgesetzt, die Sonne scheint, denn die Energie wird durch eine Solaranlage gewonnen.

Besonders für junge Menschen soll die 2,5 Quadratmeter große Holzhütte ein Ort zum Treffen und Mitgestalten sein. Durch Corona seien viele Anlaufstellen für Jugendliche weggebrochen.

Mit seiner Idee hofft der Künstler, eine Alternative zu bieten. „Jugendliche können den kostenlosen Strom nutzen, für was auch immer sie möchten. Jemand bringt einen Toaster mit, der Nächste eine Kochplatte und ein Dritter einen Lautsprecher. Die Solar-Hütte mit der wertvollen Ressource Strom wird zur sozialen Skulptur“, sagt Mooner.

Bereits jetzt würden sich die Jugendlichen mit Ideen einbringen. „Sie finden die Idee toll. Es gibt schon Wünsche zu den Stromsteckern“, so der Künstler.

Beim bemalten Basketballfeld soll Mooners orangefarbene Solar-Hütte aufgestellt werden.

Eine Teilfinanzierung hat er bereits über das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur erhalten. Da das Geld nicht ausreicht, hat er kürzlich einen Budgetantrag an den BA gestellt, der aktuell geprüft wird.

Die Vorsitzende des Unterausschusses für Kultur Andrea Barth (SPD) begrüßt das kulturelle Solar-Projekt. „Ob wir es finanziell unterstützen können, steht noch nicht fest, aber meine ideelle Unterstützung hat Mooner schon jetzt“, so Barth. Wenn es durch den BA keinen Zuschuss gibt, hofft der Künstler, die Installation mit Hilfe von Sponsoren oder aus eigenen Mitteln zu stemmen.

So wie der Künstler Mooner, möchte auch der Initiator des „Sugar Mountains“, Michi Kern, die Kulturflächen dem Viertel „unkompliziert und niedrigschwellig“ zur Verfügung stellen. Die Anwohner können künftig die Räumlichkeiten für ihre Freizeitgestaltung und Projekte anmieten.

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