Naturschutz

Nationalpark für das Isartal möglich: Gemeinde Pullach und Stadt München fordern mehr Artenschutz in Wäldern

Wald Pullach
+
Der Wald um Pullach könnte nach Wunsch der Gemeinde ein Naturreservat werden.
  • vonTheresa Reich
    schließen

Die Wälder in Pullach sollen Teil eines Naturreservats werden, um Lebensräume zu schützen. Zur weiteren Planung ist eine Waldbegehung geplant.

  • Der Gemeinderat Pullach hat beschlossen, dass der Gemeindewald zu einem Naturreservat werden soll.
  • Das Projekt soll dem Schutz von Lebensräumen dienen.
  • Im weiteren Vorgehen sind eine Waldbegehung und gegebenenfalls die Weitergabe an ein Staatsministerium geplant.

„Den Wald sich selber überlassen“, das wünscht sich Susanna Tausendfreund, Bürgermeisterin von Pullach. Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, dass der Gemeindewald Teil eines Reservats werden soll. Aktuell wird ein Antrag dafür von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) geprüft.

„Wichtig ist eine Vernetzung des Waldgebietes“, sagt Tausendfreund. Das heißt, auch die Stadt München müsste ihre Wälder auf Pullacher Gebiet zur Verfügung stellen, sodass ein größtmögliches geschlossenes Areal als Reservat in Frage kommt. Die Münchner Stadtratsfraktionen der Grünen/Rosa-Liste und SPD/Volt fordern per Antrag, dass geprüft werden soll, ob die Wälder im südwestlichen Isartal als Naturwaldreservat geeignet sind.

Um die Möglichkeit dafür auszuloten, wird die Forstverwaltung voraussichtlich Ende Juni eine Waldbegehung in der Nähe der Adolf-Wenz-Siedlung durchführen. Erst wenn das Ergebnis der Prüfung positiv ist, kann auch die Stadt München einen Antrag an die LWF stellen.

Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund wünscht sich eine geschützte Waldfläche.

Naturreservat geplant - mit Nationalpark würde größerer Lebensraum für Flora und Fauna entstehen

Ein „Münchner Nationalpark“ hätte gleich mehrere Vorteile: Pullachs Bürgermeisterin Tausendfreund betont, dass „durch eine geschützte Waldfläche ein natürlicher und größerer Lebensraum für Flora und Fauna entsteht“. Da die Bewirtschaftung von solchen Wäldern verboten ist, komme es vermehrt zu einer Ansammlung von Totholz und alten Bäumen. Dadurch können sich beispielsweise Käfer und Pilze besser vermehren.

„Naturwaldreservate sichern den Schutz von Waldarten“, erklärt zudem Markus Blaschke (LWF). „Die Naturwaldreservate sollen die natürlichen Waldgesellschaften Bayerns repräsentieren. Der Wald muss daher mit den natürlichen Baumarten bestockt und so beschaffen sein, dass eine naturnahe Entwicklung möglich ist“, so Blaschke. Ob Pullachs Wälder diese Kriterien erfüllen, kann er erst nach abschließender Prüfung einschätzen.

Bei einem positiven Entscheid geht der Antrag eine Ebene höher an das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Einbahnstraße & Lkw-Verbot? BA Sendling zündet „nächste Eskalationsstufe“ wegen überlasteter Oberländerstraße
Einbahnstraße & Lkw-Verbot? BA Sendling zündet „nächste Eskalationsstufe“ wegen überlasteter Oberländerstraße
Ein Zuhause im Kleinformat: Sie wohnen im 18-Quadratmeter-Häuschen
Ein Zuhause im Kleinformat: Sie wohnen im 18-Quadratmeter-Häuschen
So süß ist der Panda-Nachwuchs im Tierpark Hellabrunn
So süß ist der Panda-Nachwuchs im Tierpark Hellabrunn

Kommentare