50 Jahre für die Fürsorge

Leiter des Männerheims an der Kyreinstraße, Manfred Baierlacher, verabschiedet sich in den Ruhestand

Vor 33 Jahren eröffnete Manfred Baierlacher das Wohnheim an der Kyreinstraße.
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Vor 33 Jahren eröffnete Manfred Baierlacher das Wohnheim an der Kyreinstraße.
  • Theresa Reich
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Nach fast 50 Jahren ist für Manfred Baierlacher im Männerheim an der Kyreinstraße bald Schluss. Mit Hallo lässt er seine Zeit Revue passieren.

SENDLING Fast 50 Jahre war Manfred Baierlacher beim Katholischen Männerfürsorgeverein (KMFV). Nun wird der Leiter des Hauses an der Kyreinstraße am Donnerstag, 12. Mai, in den Ruhestand verabschiedet. Laut Baierlacher ein guter Zeitpunkt, um die Einrichtung für alleinstehende wohnungslose Männer mit psychischen Erkrankungen und Suchtproblemen zu verlassen:

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„Es war immer mein Ziel, dass jeder Bewohner ein Einzelzimmer bekommt, um gesund zu werden. Und nach sukzessivem Ausbau konnten wir das letzte Doppelzimmer Ende 2021 umgestalten.“

Viele Schicksale hat Baierlacher seit seinem Praktikum im Haus an der Pilgersheimer Straße 1973 und seit der Eröffnung der Einrichtung an der Kyreinstraße 1989 miterlebt. „Hier passiert immer etwas. Einmal habe ich jemanden aus einem offenen Fenster gezogen, der sich das Leben nehmen wollte“, erinnert er sich.

Leiter des Männerheims an der Kyreinstraße geht in Ruhestand: Nach 50 Jahren ist Schluss

Auch in seinem Büro zeugt vieles von seiner langjähriger Arbeit im Sozialdienst: Im Eck stehen mehrere zugespitzte Holzstöcke, die einem ehemaligen Bewohner, der unter Verfolgungswahn litt, abgenommen wurden. An der Wand hängt ein Bild aus Wasserfarben, das ein anderer Bewohner in der Ergotherapie gemalt hat. „Es ist wichtig, dass wir die Männer sinnvoll beschäftigen, um sie vom Alkohol fernzuhalten“, betont der Diplom-Sozialpädagoge.

Die meisten Bewohner sind 40 bis 70 Jahre alt und leben etwa fünf bis zehn Jahre in dem Langzeitheim. Insgesamt verfügt die Einrichtung über 51 Plätze mit Einzelzimmern und externen Wohnungen. „Wir nehmen jeden auf, der uns von dem Haus an der Pilgersheimer Straße oder von Streetworkern zugeteilt wird.“

Baierlacher entwickelte das Haus stetig weiter und führte eine psychiatrische Sprechstunde ein: „Wir hatten 1989 die Befürchtung, dass etwa 50 Prozent der 72 Wohnungslosen psychisch erkrankt sind.“ Um die Menschen zu betreuen, initiierte Baierlacher eine Kooperation mit dem Atriumhaus, einer Psychiatrie-Klinik. Alle Angebote an der Kyreinstraße, wie Ausflüge oder Kochgruppen, sind freiwillig. Das Team aus 20 Mitarbeitern, darunter acht Sozialpädagogen, arbeitet niedrigschwellig.

Leiter des Männerheims an der Kyreinstraße geht in Ruhestand: Ein letzter Auftrag steht noch aus

Das neuste Projekt, das Baierlacher noch vor seinem Ruhestand auf den Weg gebracht hat, ist „Welcome to the Dorm“ – Willkommen im Wohnheim. An der Professur für Entwerfen der Technischen Universität München gestalten 15 Studenten Ideen für eine neues Heim. Die ersten Entwürfe sollen im Juli im Bauministerium ausgestellt werden.

„Mein Traum wäre, wenn das neue Haus auf dem Viehhof-Gelände steht. Es wäre gut gelegen und die Nähe zur Klinik für Psychiatrie wäre gewährleistet“, betont Baierlacher. Seit Jahren seien die Wartelisten lang und der Platzmangel groß. Aber jeder habe einen warmen Schlafplatz verdient. Bisher besteht für das Gelände auf dem Viehhof allerdings noch kein Bebauungsplan und die Flächen werden frühestens 2040 frei. Baierlachers Nachfolge tritt Sozialpädagogin Laura Uhler ab Mittwoch, 1. Juni, an.

Verabschiedung von Manfred Baierlacher

Die Verabschiedung findet am Donnerstag, 12. Mai, um 16 Uhr in der Kranhalle im Feierwerk, Hansastraße 39-41, statt. Wer das Haus an der Kyreinstraße unterstützen möchte, erhält weitere Infos per E-Mail: k5@kmfv.de.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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