Sperrmüll im Einkaufszentrum

Nach schwedischem Vorbild: Bekommen die Münchner auch ein Gebrauchtwaren-Kaufhaus?

Nach dem Vorbild der „ReTuna Återbruksgalleria“ in Schweden soll auch in München ein Recycling-Kaufhaus entstehen, so die Forderung der Viertelpolitik.
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Nach dem Vorbild der „ReTuna Återbruksgalleria“ in Schweden soll auch in München ein Recycling-Kaufhaus entstehen, so die Forderung der Viertelpolitik.
  • Sophia Oberhuber
    vonSophia Oberhuber
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Lokalpolitikern der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt fordern ein Recycling-Shoppingcenter für München. Welche Vorteile ein solches Kaufhaus mit sich bringen würde.

Isarvorstadt - 21 227 Tonnen Sperrmüll gaben Münchner im Jahr 2019 laut Geschäftsbericht des Abfallwirtschaftbetriebs München (AWM) auf den Wertstoffhöfen ab.

Nachdem die ausrangierten Teile sortiert werden, landen einige gut erhaltene beispielsweise in der „Halle 2“ in Pasing und werden weiterverkauft. Eine solche Einrichtung fordern die Lokalpolitiker im zweiten Bezirk nun auch für das Viertel. Als Vorbild sollen moderne Gebrauchtwaren-Kaufhäuser in Schweden und den Niederlanden dienen.

In Eskilstuna, bei Stockholm, gibt es seit etwa sechs Jahren ein Recycling-Shoppingcenter direkt neben einem Wertstoffhof. Der dort abgegebene Sperrmüll, darunter Spielzeug, Möbel oder Kleidung, wird von Mitarbeitern des Kaufhauses sortiert.

Als Vorbild sollen moderne Recycling-Kaufhäuser in Schweden und den Niederlanden dienen.

Manches wird repariert, manches vollkommen neu zusammengesetzt und alles schlussendlich wieder verkauft. Das schont nicht nur die Umwelt – sondern scheint auch für die Betreiber rentabel zu sein: Umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro Umsatz hat das Center 2018 laut eigener Website gemacht.

Recycling-Kaufhaus in leerstehendem Karstadt?

„Solche Modelle könnten einen großen Beitrag zu Klima- und Ressourcenschutz leisten“, heißt es im Antrag der FDP im Bezirksausschuss.

Neben Einkaufsmöglichkeiten für Einkommensschwächere würde auch ein Nachbarschafts­treff entstehen. Wie in Schweden: Das Kaufhaus dort bietet auch Seminare und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit an. Zudem gibt es ein Bio-Café.

Weiter könnten mit einem Recycling-Kaufhaus, so der FDP-Antrag, leerstehende Innenstadtflächen, die im Zuge der Corona-Krise zu erwarten seien, genutzt werden. Andreas Siebel (FDP) denkt hierbei beispielsweise an geschlossene Karstadt-Filialen, in denen das Kaufhaus als Zwischennutzung einziehen könnte.

Starken Rückhalt im Viertelgremium hat das Ansinnen bereits. Die Lokalpolitiker haben sich einstimmig für den Antrag ausgesprochen. Nun ist die Stadt an der Reihe, die Idee zu prüfen.

Sophia Oberhuber

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