Schwerlaster-Verkehr nimmt Überhand

Einbahnstraße & Lkw-Verbot? BA Sendling zündet „nächste Eskalationsstufe“ wegen überlasteter Oberländerstraße

Der Lastwagen-Verkehr in der Oberländerstraße sorgt bei Anwohnern und Lokalpolitikern schon länger für Unmut.
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Der Lastwagen-Verkehr in der Oberländerstraße sorgt bei Anwohnern und Lokalpolitikern schon länger für Unmut.
  • Sophia Oberhuber
    VonSophia Oberhuber
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Die Oberländerstraße Richtung Großmarkthalle ist komplett überlastet. Der Sendlinger BA will jetzt ein Einfahrverbot für Lkw. Das aber ärgert ein ansässiges Unternehmen.

Der Lkw-Verkehr in der Oberländerstraße nimmt Überhand. Das sagen Anwohner und Bezirksausschuss. Nachdem erste Verbesserungsvorschläge des BA keine Lösung brachten, schlägt das Viertelgremium nun härtere Töne an.

Die Politiker fordern ein Einfahrverbot für Lastwägen für die Straßen abgehend von der Implerstraße zum Großmarktareal. Für die betroffene Firma „Greenyard“ könnte das schwerwiegende Folgen haben.

Der Antrag, den der BA vor einem halben Jahr verabschiedet hatte, sah vor, auf der Oberländerstraße beidseitig Parkplätze wegzunehmen. So wollte man Problemen im Begegnungsverkehr der Laster, die die Firma „Greenyard“ neben dem Großmarktareal ansteuern, entgegenwirken (Hallo berichtete).

„Durch eine Baustelle in der Oberländerstraße war die Umsetzung des Antrags nicht möglich“, erläutert BA-Vizechefin Dagmar Irlinger (Grüne).

Auch die Valleystraße werde inzwischen immer häufiger – auch nachts – von den Schwerlastern befahren. „Wir müssen einen Weg finden, dass sie über das Großmarktareal ein- und ausfahren“, ergänzt Irlinger. Hierfür müssten die Lkw-Fahrer eine Gebühr entrichten, die sich laut BA-Chef Markus Lutz (SPD,) auf etwa zehn Euro belaufe – oder eben kostenlos durch Sendlings Straßen fahren.

Markus Lutz (SPD), Vorsitzender des Sendlinger Bezirksausschusses.

Oberländerstraße: Keine Verbesserung beim LKW-Thema in - BA Sendling zündet „nächste Eskalationsstufe“

„Die Markthallen haben extra ein Tor für diesen Zweck geöffnet und bezahlen sogar einen eigenen Pförtner, der die Lastwagen reinlassen soll. Doch das Angebot nimmt niemand an, bei „Greenyard“ besteht kein Interesse“, berichtet BA-Chef Lutz. Das bestätigt Maren Kowitz, Sprecherin des Kommunalreferates.

Auf Anfrage bei „Greenyard“ teilt Sprecherin Inke Steffen mit, dass die Anfahrt über das Großmarktareal für die Lastwägen kaum möglich sei. Insbesondere, weil am Großmarkt nur zu beschränkten Zeiten Lkw-Verkehr erlaubt sei. „Unsere Warenein- und -ausgänge finden jedoch in einem längeren Zeitraum statt, da unser Lager 24 Stunden geöffnet ist.

Die Öffnungszeiten der Großmarkthalle passen also nicht mit den Zeiten zusammen, in denen wir unsere Kunden bedienen müssen“, so Steffen. Die Gebühr liege pro Lieferung zudem bei um die 25 Euro. Von fehlendem Interesse könne nicht die Rede sein, „auch wir würden gerne wieder den uns bekannten Weg nutzen, der durch die aktuelle Situation aber behindert wird.“

Nun zündet der BA also die „nächste Eskalationsstufe“, wie es Lutz ausdrückt, und fordert eine Einbahnregelung für die Oberländer- in Richtung Implerstraße, sowie Lkw-Einfahrverbote für Kyrein-, Wackersberger- und Valleystraße. In der Hoffnung, dass das nun die Situation verbessert.

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