Stadtgestaltungskommission

Kommt ein neues Hochhaus am Rande von München?

Das Grundstück an der Wolfratshauser Straße 100 soll entwickelt werden – und damit einen neuen Hochpunkt am Eingang zur Stadt bilden.
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Das Grundstück an der Wolfratshauser Straße 100 soll entwickelt werden – und damit einen neuen Hochpunkt am Eingang zur Stadt bilden.

An der Wolfratshauser Straße 100 in Sendling sollen Wohnungen und Büroflächen entstehen – und damit auch ein neuer Hochpunkt am südlichen Eingang nach München.

Doch der Umfang der gewünschten Neubebauung auf der brachliegenden Fläche eines früheren Autohauses ist vom aktuellen Bebauungsplan nicht gedeckt. Stadtviertelpolitiker sehen das kritisch. Auch in der Kommission für Stadtgestaltung, die den Antrag auf Vorbescheid am Dienstagabend beraten hat, wurden Vorbehalte laut.

Geplant ist eine sechs-geschossige Wohnanlage mit etwa 80 Mietwohnungen und ein elf-geschossiges Bürogebäude mit Einzelhandel und Tiefgarage. Der Neubau würde entgegen des bestehenden Bebauungsplans (B-Plan) zu einer stärkeren Versiegelung des Areals führen.

Das Modell für den Neubau an der Wolfratshauser Straße 100.

„Der B-Plan stammt aus 1991 und folgt der Bebauung durch das ehemalige Autohaus“, teilt der zuständige Architekt Klaus-Peter Plitzko mit. So auch Ulrich Benz von der Lokalbaukommission: „Der B-Plan wurde damals konstruiert, um den Bestand des Autohauses zu sichern.“ Dieses sei teils ein-, teils zweistöckig gewesen.

Kommt ein neues Hochhaus an der Wolfratshauser Straße in Sendling?

„Das Grundstück ist die letzte Möglichkeit, den südlichen Stadteingang zu gestalten“, so Plitzko. Das hatte auch das Planungsreferat ähnlich gesehen und die Stadtgestaltungskommission zu Rate gezogen.

„Ich glaube nicht, dass wir an dieser Stelle einen markanten Bau brauchen“, kritisierte Stadträtin und Bezirksausschussmitglied Veronika Mirlach (CSU). Von der „Aufweichung“ des B-Plans halte sie nichts.

Ähnlich äußerte sich Brigitte Wolf (Linke). Die Kommission warf die Frage auf, ob es an der Stelle überhaupt Nachverdichtung geben sollte. „Wenn man über eine weitere Bebauung nachdenkt, die an die Grenzen des B-Plans kommt, dann müsste die Kommission einen städtebaulichen Wettbewerb empfehlen“, sagte Stadtbaurätin Elisabeth Merk.

Das Argument des Architekten, bei dem Bauherren handle es sich um keinen Projektentwickler, sondern das Bauvorhaben einer Familie, ließ Merk nicht gelten.

Die Kommission entschied sich dazu, den Sachverhalt weiter intern zu klären. Der Stadtrat soll eingebunden werden.

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