Finanzspritze für Zoo

Die Löwen bleiben in München – Stadt rettet Tierpark Hellabrunn in Corona-Krise

Zwei Löwen liegen auf einem Felsen in ihrem Gehege im Tierpark Hellabrunn. 
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Zwei Löwen liegen auf einem Felsen in ihrem Gehege im Tierpark Hellabrunn. 

Finanzielle Hilfe für den Tierpark Hellabrunn von der Stadt. Die Löwen können dadurch in München bleiben, doch Zoo-Chef Baban fordert weitere Betriebserleichterungen.

  • Die Stadt München beschließt finanzielle Hilfen für Tierpark Hellabrunn.
  • Der Zoo war durch die Corona-Krise in eine Notlage geraten.
  • Zuletzt stand zur Debatte, ob die Löwen verkauft werden um den Betrieb zu sichern. 

Update: 30. Juli 2020: Der Tierpark Hellabrunn war durch die Corona-Krise in finanzielle Notlage geraten. Durch die Ausfälle der Besucher war nicht sicher, ob die Löwen verkauft werden müssen. Durch ein Rettungspaket der Stadt München ist dieser Plan erstmal vom Tisch 

„Uns allen hier in Hellabrunn fällt mit dieser hervorragenden Nachricht ein Stein vom Herzen!“, zeigte sich Vorstand und Tierparkdirektor Rasem Baban erleichtert.

Die Sonderzuwendung der Stadt als Hauptanteilseignerin des Zoos sei eine wichtige Voraussetzung für das wirtschaftliche Überleben des traditionsreichen Zoos. Weder Tierpark noch Stadt äußerten sich zur Höhe der Hilfen, die in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Stadtrats beschlossen worden waren. Angesichts des Finanzbedarfs wird von einer höheren einstelligen Millionensumme ausgegangen.

Stadt München rettet Tierpark Hellabrunn – Löwen dürfen bleiben

Zwischen März und Mai 2020 hatte der Tierpark Hellabrunn wegen der Corona-Krise fast zwei Monate lang schließen müssen, auch jetzt ist die Zahl der Besucher noch begrenzt. Im Juni hatte Baban die Befürchtung geäußert, der Zoo müsse womöglich seine Löwen verkaufen, um die Insolvenz abzuwenden.

Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) und Aufsichtsratschefin des Tierparks sprach von einem bedeutenden Rettungspaket. Baban mahnte zugleich: „Um die Existenz Hellabrunns allerdings dauerhaft auf eine stabile Grundlage zu stellen, sind weitere Betriebserleichterungen ganz zeitnah unabdingbar.“

Stadt München soll Tierpark Hellabrunn aus Corona-Krise helfen

Update: 18. Juni, 09.10 Uhr: Nach dem Hilferuf des Tierpark Hellabrunn in München wegen drohender Pleite, appelliert der Münchner Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger (CSU) an die die Stadt, die Einnahmeausfälle auszugleichen. 

"Der Bund hat die letzten Jahre die Kommunen massiv unterstützt. Im Zukunftspaket, das die kommenden Tage beschlossen wird, wird der Bund künftig die Kommunen bei den Kosten der Unterbringung laut Sozialgesetzbuch weiter entlasten und 75 Prozent statt 50 Prozent der Kosten übernehmen.", teilte Stefinger in einer Pressemitteilung mit.

Für München seien das rund 70 Millionen Euro zusätzlich vom Bund. Dazu kämen noch Zusagen vom Bund und Freistaat Bayern zur Kompensation der Gewerbesteuerausfälle wegen Corona in dreistelliger Millionenhöhe.

"Bei diesen Summen sollte es schon möglich sein den Tierpark existenzsichernd zu unterstützen. Schließlich geht es um den Tierpark der Münchnerinnen und Münchner.", schreibt Stefinger.

Außerdem fordert Stefinger von der Bayerische Staatsregierung, die festgelegte Quadratmeterzahl für Tierparks von zehn Quadratmeter pro Besucher zu überdenken. Nach dem Bundestagsabgeordneten sollen Zoos nicht mit Museen oder dem Handel gleichgesetzt werden, da sie sich im Freien befinden. Dort sei die Ansteckungsgefahr geringer als in geschlossenen Räumen.   

Tierpark Hellabrunn in München droht Pleite wegen Corona-Krise – Insolvenz noch in diesem Jahr?

Erstmeldung: 17. Juni: Dem Münchner Tierpark Hellabrunn droht nach Angaben des Chefs Rasem Baban wegen der Corona-Krise die Pleite. „Wenn wir jetzt nicht mehr Besucher reinlassen dürfen, muss ich Ende September Insolvenz anmelden“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). 

Tierpark Hellabrunn in München droht Pleite wegen Corona-Krise

Mit den neuen Auflagen dürfe er täglich nur 4400 Besucher auf das Gelände lassen. „Das bleibt ein schleichender Tod und sehr enttäuschend“, sagte Baban. Es würden auch die Besucher gezählt, die keinen Eintritt bezahlen wie kleine Kinder oder Jahreskartenbesitzer. „Ohne Hilfe müssen wir im September als Erstes unsere Löwen abgeben. Ausgerechnet das Wappentier des Freistaates. Das kann doch nicht wahr sein!“

Der Tierpark Hellabrunn habe tägliche Kosten in Höhe von 50 000 Euro, sagte der Leiter. „Wie sollen wir die verdienen?“ Um zu überleben, brauche der Tierpark 8600 Besucher täglich. „Wir bitten um fünf Quadratmeter pro Besucher. Das reicht an der frischen Luft doch absolut aus, die meisten sind eh Familien, die keinen Abstand halten müssen.“

dpa/lby/jh

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