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Wehranlage Großhesselohe wird ab Herbst saniert – die Pläne zum Ersatzneubau

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Von: Theresa Reich

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Im Herbst beginnt die Sanierung der über 100 Jahre alten Großhesseloher Wehranlage.
Im Herbst beginnt die Sanierung der über 100 Jahre alten Großhesseloher Wehranlage. © Theresa Reich

Das Großhesseloher Wehr soll saniert werden und so besseren Hochwasserschutz bieten. Für die Arbeiten planen die Stadtwerke circa ein Jahr ein.

PULLACH Das Großhesseloher Wehr ist ein wichtiger Faktor für den Hochwasserschutz und die Stromerzeugung Münchens: Es reguliert die Wasserverteilung zwischen dem Werkkanal und der Isar und hält damit die Stadtbäche und die Floßlände auf einem gleichmäßigen Stand.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Über den Kanal versorgt das Wehr gleichzeitig das Sendlinger Heizkraftwerk mit Kühlwasser und die Kraftwerke mit Wasser zur Ökostromerzeugung. Doch die Anlage und viele technische Bauteile sind in die Jahre gekommen. Ab Herbst 2022 wollen die Stadtwerke München (SWM) das Industriedenkmal aus dem Jahr 1908 auf den neusten Stand bringen.

Sanierung des Großhesseloher Wehr: SWM will Natur während Bau schützen

Der Ersatzneubau soll laut SWM „für die nächsten 100 Jahre eine optimale ökologische, betriebliche und dem Hochwasserschutz dienende Lösung sein“. Die Planungen sehen für die Arbeiten ein ganzes Jahr vor. Die intensivste Bauphase soll in den Herbst- und Wintermonaten liegen.

So wollen die SWM verhindern, dass der Eingriff in die Natur zu groß und der Fluss für den Wassersport – besonders in den Sommerferien – blockiert wird. Durch neue Schilder sollen Kanuten und Bootsfahrer künftig früher auf das Wehr aufmerksam gemacht werden. Damit gehen die SWM auf die Forderung der Wassersportler ein, die Sichtbarkeit der Anlage zu verbessern.

Einschränkungen wird es ab Herbst für Spaziergänger und Radler geben: Eine mit Kies aufgeschüttet Baustraße wird in der Talsohle von der Conwentzbrücke zur Baustelle angelegt. Der Weg auf dem mittleren Damm soll weiterhin offen bleiben.

Sanierung des Großhesseloher Wehr: Arbeiten sollen bis Ende 2023 dauern

Nach den ersten Abrissarbeiten werden im Winter zunächst Dämme aufgeschüttet, um die Baugrube trockenzulegen. Anschließend wird das Wehr betoniert und die technischen Anlagenteile angebracht. Beispielsweise sind neue Schleusentore vorgesehen, die das Treibgut besser aushalten sollen. Die Arbeiten dauern bis Herbst 2023. Danach sind drei Monate eingeplant, um die Baustelle zu entfernen.

Bei den Entwürfen mussten die SWM nicht nur die diversen Funktionen des Wehrs berücksichtigen, sondern auch seine Denkmaleigenschaften. Nach Einschätzung des Landesamts für Denkmalpflege bleiben der historische Charakter der Floßgasse und des Schleusenwärterhauses trotz Umbau bestehen. Schwierig war laut SWM die Suche nach einer geeigneten Durchquerung für die Fische.

Die bisher eingebaute Treppe sei für die Flusstiere zu steil, und die ursprünglich geplante Rampe in der Mitte des Wehrs erwies sich als schwer auffindbar. Jetzt ist vorgesehen, eine Aufstiegshilfe mit Schlitzpässen an der östlichen Seite anzubringen. Mit der Sanierung will die SWM auch die wichtige Trinkwasserleitung, die sich unter dem 160 Meter breiten Bau befindet, erhalten.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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