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Kritik an Umbauplänen für den Platz Am Glockenbach – Entscheiden jetzt die Bürger?

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Von: Theresa Reich

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Straße mit Autos am Glockenbach
Die Stadt will den Platz Am Glockenbach umgestalten. Die Pläne sehen Bäume, Bänke und neuer Fahrbelag vor. © Theresa Reich

Der BA setzt sich für mehr Grün und Parkbänke „Am Glockenbach“ ein. Jetzt protestieren die Anwohner gegen die Pläne. Das sind die Streitpunkte...

Isarvorstadt - Schon nächstes Jahr im Frühjahr soll der Platz „Am Glockenbach“ aufgewertet werden: mehr Bänke, mehr Bäume und Platz für Fahrräder (s. Infokasten). Im Gegenzug würden 38 Parkplätze wegfallen. Die Mehrheit des örtlichen Bezirksausschusses befürwortet die Pläne.

Kritik wurde allerdings jüngst seitens der CSU-Fraktion laut. Sie forderte, die Anwohner in Form einer Bürgerbeteiligung einzubinden. Die Befürchtung: Es könnte zu einem weiteren Aufschrei – wie an der Fraunhoferstraße – kommen.

Umbaupläne Am Glockenbach: Konflikt zwischen Parkplatznot und Klimawandel

Etwa 15 Bürger aus dem betroffenen Viertel haben in der jüngsten BA-Sitzung gegen die Umgestaltung protestiert, da es schon jetzt an Parkraum mangele. Rüdiger Clausius, der seit 40 Jahren in der Isarvorstadt wohnt, schlug vor: „Man muss das Projekt noch einmal mit Experten aushandeln, damit so wenig Parkplätze wie möglich entfallen, aber trotzdem Stellplätze für Lastenräder geschaffen werden.“

Bekannt sei die große Parkplatznot. Jeden Nachmittag müssten Autonutzer mehrmals um den Block fahren, um einen Stellplatz zu finden. Er verstehe, dass man in Zeiten des Klimawandels umdenken müsse, sagte ein Anwohner. „Aber bevor man Parkflächen abschafft, sollte man vorher Alternativen anbieten“. Auch die geplanten Bäume und Bänke sahen die Bürger skeptisch. Grün gebe es im Viertel ohnehin genug, lautete ein Argument. Für eine Anwohnerin sei eine aufgestellte Bank vor ihrer Erdgeschosswohnung ein „Eingriff in die Privatsphäre“.

Projekt Am Glockenbach: BA-Mitglieder über die Vorteile für Kinder

Florian Petrich (Grüne) erläuterte unter Zwischenrufen der anwesenden Bewohner die Gründe für das Projekt: „Unsere Aufgabe ist es, den Verkehr aus den Innenstraßen raus zu halten. Wir müssen mit mehr Bäumen dafür sorgen, dass sich die Innenstadt künftig nicht aufheizt, denn das hätte für viele schwere gesundheitliche Folgen.“

Zusätzlich wohnen in dem Viertel viele Kinder, die von den übersichtlicheren Straßenführung profitieren würden. Claudia Lowitz (Grüne, kl. Foto o.) verwies auf die positiven Rückmeldungen, die sie beispielsweise vom Elternbeirat der Klenzeschule und den Vertretern des Kinder- und Jugendhauses „Kubu“ erhalten habe.

Die Viertelpolitiker entschieden sich dafür, beim Baureferat nachzufragen, inwieweit es noch Anregungen zum jetzigen Planungsstand aufnehmen kann. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, ob eine Bürgerbeteiligung möglich ist, ohne den Zeitplan zu gefährden.

So könnte es Am Glockenbach aussehen

Am Glockenbach 5 ist angedacht, den Bürgersteig zu verbreitern. Dort sind Stellflächen für Räder und Lastenräder geplant. Diese könnten auch an der Holz- und Baldestraße stehen. Poller, 14 Bäume sowie Parkbänke sollen vereinzelt um den Platz aufgestellt werden.

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