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Parkplätze für Autos in München umwandeln: BA Sendling fordert mehr Fahrradabstellanlagen

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Zusätzliche Fahrradabstellanlagen sollen im Viertel errichtet werden. Foto: Lettow
Zusätzliche Fahrradabstellanlagen sollen im Viertel errichtet werden. © Louisa Lettow

An der Karwendelstraße in Sendling sollen anstatt Autos bald mehr Fahrräder geordnet abgestellt werden können - Das sagen die Münchner dazu.

Sendling - Getreu dem Motto „Mobilitätswende in kleinen Schritten“ hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Autoparkplätze im Bereich der Karwendel-, Duden- und Sylvensteinstarße ins Visier genommen. In der jüngsten Sitzung des 6. Bezirksausschusses haben die Mitglieder der Fraktion vorgeschlagen, zusätzliche Fahrradabstellanlagen im Viertel zu errichten. Bevorzugt werden dabei solche, die einen stabilen Stand und ein geordnetes Abstellen garantieren. Die Parkmöglichkeiten für Autofahrer sollten dafür reduziert werden.

Autoparkplätze umwandeln: BA Sendling will mehr Fahrradabstellanlagen im Viertel

„Wir wollen die Voraussetzungen für das Radfahren verbessern, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, die täglichen Wege mit dem Fahrrad zu bewältigen“, sagte Dagmar Irlinger (Bündnis 90/Die Grünen). Dafür müsse neben der klassischen Infrastruktur wie dem Bau von sicheren Radwegen auch die Abstellsituation für Fahrräder verbessert werden.

Heidemarie Simon (CSU), die selbst an der Karwendelstraße wohnt, versuchte der Fraktion den Wind aus den Segeln zu nehmen und verwies auf bereits erlebte Parkplatznot im Wohngebiet: „Anwohner hatten gerade erst ein großes Parkplatzproblem. 80 Stellplätze mussten wegen der nun abgeschlossenen Arbeiten zur Verlängerung der Fernwärme für einige Zeit entfallen.“

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schätzt die Parkplatzsituation aber ganz anders ein. „Trotz des hohen Wegfalls an Stellplätzen war kein erhöhter Parkdruck zu erkennen“, heißt es in ihrem Antrag. Dem widersprach Simon und verwies auf die Tatsache, dass in der Karwendelstraße demnächst erneut etwa 20 Parkplätze temporär entfallen: In Kürze beginne die städtische Wohnungsgesellschaft GWG mit den Kanalarbeiten für eine neue Wohnanlage an der Straße, die nach Fertigstellung ohnehin den Parkdruck erhöhe.

Antrag auf Umwandlung von Parkplätzen: BA beschließt zusätzliche Abstellflächen für Fahrräder in Sendling

Außerdem erwähnte Simon, dass bereits im Frühsommer ein Fahrradabstellplatz an der Kreuzung Karwendel- und Dudenstraße vom Baureferat erstellt worden sei. Auch am Ende der Karwendelstraße, gegenüber der U-Bahn-Station, befinde sich ein solcher. Und es gebe schließlich Mitbürger, die auf ihr Auto angewiesen seien. Hier gehe es beispielsweise um Mütter, die ihre Kinder zur Schule im Münchner Norden bringen müssen.

Die vorgebrachten Argumente der CSU hielten die Grünen jedoch für fadenscheinig. „Kürzere Strecken mit dem Rad zur Schule zu bewältigen, ist nicht nur gesund und macht Spaß, es fördert auch die Konzentrationsfähigkeit“, sagte Irlinger und setzte fort: „Wer aber einen langen Schul- oder Arbeitsweg zurücklegen muss, kann mit der U-Bahn fahren, die keine fünf Minuten Fußweg vom Viertel entfernt ist“.

Letztendlich folgte der Bezirksausschuss dem Antrag auf Umwandlung mehrheitlich.

Das sagen die Münchner: Hallo-Umfrage zu Fahrradabstellanlagen in Sendling

Wir haben Passanten in der Karwendelstraße gefragt: „Was halten Sie von zusätzlichen Fahrradabstellanlagen?“

Nader Namazi: „Ich denke, dass hier mehr Fahrradabstellplätze gebaut werden sollen. Normalerweise stelle ich mein Rad direkt vor meinem Haus ab und es wurde dort schon gestohlen. Den Fahrradplatz, den ich jetzt benutze, gibt es erst seit wenigen Monaten und ich finde ihn sehr gut.“

Nader Namazi nutzt selbst Radabstellplätze.
Nader Namazi nutzt selbst Radabstellplätze. © Louisa Lettow

Sandra Frank: „Ja, ich bin definitiv für mehr Fahrradabstellplätze. Man sieht hier, dass die Fahrradständer jeden Tag komplett voll sind. Ich finde, dass die Autoparkplätze ersetzt werden sollten, schließlich befinden wir uns ja in der Mobilitätswende.“

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