Der Ärger geht weiter...

Doppelter Derzbachhof – Namens-Streit um den historischen Bauernhof an der Forstenrieder Allee

Auf dem Immobilienportal ImmoScout24 angeboten: Wohnungen im „Derzbachhof“.
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Auf dem Immobilienportal ImmoScout24 angeboten: Wohnungen im „Derzbachhof“.

Nach jahrelangem Streit um die Sanierung des historischen Derzbachhof folgt gleich der nächste. Ein Neubau, der in der Nähe entsteht, trägt denselben Namen. Intolerabel für die Eigentümer.

  • Der historische Derzbachhof soll um ein weitere Gebäude erweitert werden.
  • Zeitgleich entsteht ein andere Neubau, ebenfalls mit dem Namen "Derzbachhof"
  • Für Investor Euroboden ist das nicht tolerabel.

Jahrelang gab es Streit in Forstenried, ob der historische Bauernhof an der Forstenrieder Allee saniert und in ein Wohnprojekt integriert werden darf. Das ist es, was aktuell der Investor Euroboden macht. Er möchte das Denkmal durch ein weiteres Gebäude ergänzen

900 Meter von jenem Bauzaun entfernt, genauer gesagt an der Filchnerstraße 4, entsteht ebenfalls ein Neubau. Beide Projekte laufen unter demselben Namen: Derzbachhof. Das geht aus einem Angebot auf der Onlineplattform Immo­Scout24 hervor. 

Ärger um den Namen "Derzbachhof" in der Forstenrieder Allee

Dem Eigentümer des „echten“ Derzbachhofes an der Forstenrieder Allee ist das „ein Dorn im Auge“, wie Sprecherin Caroline Wolf auf Anfrage mitteilt. Laut dem Online-Inserat können in dem „Top-Neubau im Münchner Süden mehrere Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen ab 1100 Euro“ angemietet werden. Weiter heißt es, dass die Immobilie aus zwei Bauabschnitten mit insgesamt 63 Wohneinheiten bestehe. Der erste Bauabschnitt werde zum 1. Mai fertig, der zweite Bauabschnitt zum 1. August. Außerdem kann der Interessent ein Pdf-Dokument öffnen, das den Grundriss einer Wohnung zeigt. Darüber steht groß geschrieben: „Derzbachhof“. 

Für Euroboden nicht tolerabel, „dass ein Eigenname für ein Projekt verbraten wird, das mit dem historischen Derzbachhof, bis auf die Forstenrieder Allee vor der Türe neun, wirklich überhaupt nichts zu tun hat“, so Wolf. 

Auf Anfrage bei der Kontaktperson, die auf Immo-Scout24 angegeben ist, ging der Redaktion keine Stellungnahme zu der Dopplung zu. Die Sanierung des Denkmals an der Forstenrieder Allee war seit Jahren Mittelpunkt von Diskussionen zwischen Investor, Lokalpolitikern und erzürnten Anwohnern

Euroboden-Sprecherin Wolf hofft, dass sich die Streitigkeiten nicht auch fälschlicherweise aus den Visualisierungen des „zweiten“ Derzbachhofes entsponnen haben. „Würde der Neubau neben dem historischen Bauernhof so aussehen, wäre er tatsächlich absolut unangemessen in Proportion und Aussehen.“ Euroboden werde nun prüfen, ob das Unternehmen gegen die Namensdopplung rechtlich vorgehen kann. 

soph

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