Anwohner gegen Partymeile

Der Ballermann von München? – 10-Jährige bittet OB Reiter in Brief um Hilfe

Etwa 20 Anwohner beschwerten sich in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses über die Zustände an Thalkirchner Straße und Stephansplatz: zu voll, zu laut, zu dreckig.
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Etwa 20 Anwohner beschwerten sich in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses über die Zustände an Thalkirchner Straße und Stephansplatz: zu voll, zu laut, zu dreckig.

Ruhestörung und Müll plagen die Anwohner an der Thalkirchner Straße. Nun wird der BA um Hilfe gegen die rücksichtslosen Feiernden gebeten.

  • Anwohner klagen über die Zustände an der Thalkirchner Straße und am Stephansplatz.
  • Feiernde sollen dort ohne Rücksicht laut sein und ihren Müll liegen lassen.
  • Nun bitten die Anwohner den BA um Hilfe.

Isarvorstadt – Lärmendes Partyvolk, Müll am Tag danach: Die Anwohner der Thalkirchner Straße haben Angst vor einem zweiten Gärtnerplatz, einem zweiten Feier-Mekka in ihrem Viertel. 

Eine für den Sommer geplante Kulturbühne am Stephansplatz alarmierte die Isarvorstädter, die dem Bezirksausschuss in seiner jüngsten Sitzung die Lage vor Ort deutlich machen wollten. Die Bässe seien das Schlimmste, sagt Anwohnerin Karen Weidner. 

Die Anwohner regen sich über den Müll auf, den die Partyleute liegen lassen.

Ihre zehnjährige Tochter schlafe auf dem Flur statt in ihrem Zimmer zur Thalkirchner Straße, an der viele Kneipen und Bars angesiedelt sind. Das Mädchen hat bereits einen Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter geschrieben (s. Foto): 

„Der Lärm ist echt unerträglich. Ich fände es sehr nett, wenn Sie etwas machen könnten.“ 

Damit spricht die Zehnjährige wohl vielen Anwohnern aus der Seele, die sich vom Lärm bombardiert und von Politik und Polizei im Stich gelassen fühlen.

Eine 10-Jährige schrieb dem Oberbürgermeister einen Brief.

Die Polizei teilt die Ansicht der Bürger nicht: „Ab und zu halten sich dort Feiernde auf. Es handelt sich aber um keinen Hot Spot“, teilt ein Sprecher auf Anfrage mit. Die Belastung sei nicht mit der am Gärtnerplatz oder an der Isar zu vergleichen. 

Immer wieder verwiesen die Bürger in der Sitzung des BA auf den Christkindlmarkt „Pink Christmas“. Dieser sei erst nur eine Woche da gewesen, dann zwei und bleibe jetzt noch länger. „Wir haben den Ballermann vor der Tür. Wir fühlen uns vom Kommerz erdrückt.“ 

Eine Sommerbühne mit Konzerten am Stephansplatz? Für die genervte Nachbarschaft „hochproblematisch“. Der Platz sei dafür zu klein und dadurch zu laut. 

Die Lokalpolitiker, die der geplanten Kulturbühne grundsätzlich positiv gegenübergestanden hatten, entschieden sich schließlich dazu, die Veranstaltung in den Nußbaumpark verlegen zu wollen. Auch wenn der Veranstalter dabei wohl nicht mitspielen würde. 

Lesen Sie auch: Ruhestörung am Gärtnerplatz – Bezirksausschuss lehnt Sperrstunde und Alkoholverbot ab

Sophia Oberhuber

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